Widersprüche bei Vorfall mit Schreckschusspistole in Wiener U-Bahn

31. Jänner 2017, 12:37
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Eine Zeugin hörte keine "Allahu akbar"-Rufe, ein anderer Zeuge schon

Wien – Ein Vorfall in der Wiener U3 vom Montagnachmittag, bei dem Jugendliche eine Schreckschusspistole abgefeuert und herumgeschrien haben sollen, bedarf weiterer Aufklärung. Denn Angaben von Zeugen widersprechen einander. Während eine Frau nichts von einer Massenpanik in einem Waggon bemerkt haben will, sprach ein anderer Zeuge von einem "Allahu akbar"-Ruf und Angstreaktionen der anderen Passagiere.

Eine Frau hatte laut Polizeisprecherin Irina Steirer die Exekutive gerufen, weil sie zwischen den U3-Stationen Westbahnhof und Zieglergasse eine Gruppe Jugendlicher in einem Waggon beobachtet hatte, die eine – vermutlich – Schreckschusspistole gezogen hatten. Dann habe sie einen Knall gehört, die Jugendlichen hätten daraufhin gerufen: "Ist nur Spaß, ist nur Spaß." Von einer Massenpanik wollte die Zeugin nichts mitbekommen haben.

Widersprüchliche Zeugenaussagen

Demgegenüber sagte ein anderer Zeuge – laut "Kronen Zeitung" ein Terrorexperte – dem Blatt und auch der Polizei, dass es sehr wohl zu einer Massenpanik gekommen sei. Die Jugendlichen hätten auch "Allahu akbar" ("Gott ist groß") gerufen. Den Beamten zeigte er Fotos seines Handys, auf denen aber laut Irina Steirer nicht wirklich eine Massenpanik zu erkennen war.

Die Polizei war am Montagnachmittag zu zwei Einsätzen in den U3-Stationen Schweglerstraße und Zieglergasse gerufen worden. Polizeisprecherin Steirer zufolge nahmen die Beamten keine Anzeichen einer Massenpanik wahr. Aufschluss dürften nun die Aufnahmen der Videoüberwachung in dem Waggon bringen. Ihre Auswertung hat die Polizei bereits beantragt, die Bilder sollten laut Wiener Linien noch am Dienstag übermittelt werden. (APA, 31.1.2017)

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