Nigerianer hinterlässt 86 Witwen und 170 Kinder

Video31. Jänner 2017, 14:30
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Muhammadu Bello Masaba wurde 93 Jahre alt. Einem Scharia-Gericht hatte er einst zu viele Ehefrauen, es klagte ihn an

Kano – Muhammadu Bello Abubakar ist am Samstag mit 93 Jahren nach kurzer Krankheit gestorben, bestätigte sein Sprecher am Montag. Beim Begräbnis des Nigerianers, besser bekannt als Baba Masaba, war am Sonntag eine ungewöhnlich große Trauerfamilie zugegen. Den letzten offiziellen Zahlen zufolge war er mit 86 Frauen verheiratet, mit denen er mindestens 170 Kinder hatte. Die nigerianische Zeitung "Daily Trust" berichtet hingegen von 130 Ehefrauen und 203 Kindern zum Zeitpunkt seines Todes. Demnach sind einige Frauen gerade schwanger.

Abubakar, der zeit seines Lebens als Lehrer und Imam tätig war, lebte mit seiner Familie in seiner Heimatstadt Bida in einem ganzen Wohnblock. Er betonte stets, dass er seine Frauen nie zu etwas gezwungen habe. Einige Frauen waren zum Zeitpunkt der Hochzeit noch im Schulalter und oft jünger als die älteren Kinder Abubakars. Gegenüber Medien gaben seine Ehefrauen an, dass er ein guter Ehemann und Vater gewesen sei.

Morddrohungen von Muslimen

Für Schlagzeilen sorgte Abubakar erstmals im Jahr 2008, als er wegen "prahlerischer Nichtachtung der religiösen Gesetze" und wegen "illegaler Vereinigung mit 86 Ehefrauen" vor ein islamisches Scharia-Gericht gestellt wurde. Solche Gerichte überwachen die Einhaltung der Scharia und existieren in zwölf nigerianischen Bundesstaaten. Zudem erhielt er immer wieder Morddrohungen von erzürnten Muslimen in Nigeria.

al jazeera english
Bericht von Al Jazeera English vom 30. September 2008 über Muhammadu Bello Abubakar.

Das Gericht hatte dem Mann befohlen, im Einklang mit dem Islam nur vier seiner Ehefrauen zu behalten. Doch Abubakar weigerte sich mit der Begründung, er habe keine religiösen Vorschriften verletzt. Als er ins Gefängnis kam, demonstrierten seine damals 86 Ehefrauen mit 20 seiner 170 Kinder vor dem traditionellen Gerichtshof in Minna, der Hauptstadt des Bundesstaats Niger. Gleichzeitig gab es auch Proteste von Muslimen gegen Abubakar. Letztendlich setzte das Gericht den Fall aus.

"Ich habe meine Kräfte von Gott"

Gegenüber Medien erklärte Abubakar immer wieder, dass Gott ihm besondere Kräfte verliehen und all die Frauen geschickt habe, um sie zu heiraten. Der BBC sagte er 2008: "Ein Mann mit zehn Frauen würde zusammenbrechen und sterben. Ich aber habe meine Kräfte von Gott. Deshalb kann ich 86 Frauen im Zaum halten." Solche Aussagen führten auch immer wieder zu Vorwürfen, er würde Blasphemie betreiben.

"Baba weigerte sich, Medikamente zu nehmen. So lebte er. Seine Familie ist immer noch intakt. Seine Frauen waren bei ihm, als er starb", sagte Abubakars Sprecher nach dessen Tod. Der 93-Jährige hinterlasse ein "Erbe des Vertrauens, des Mitgefühls und der Unterwerfung unter Gott". (ksh, APA, 31.1.2017)

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