Deutsche Bank zahlt fast 600 Millionen Euro Strafe für Russland-Affäre

31. Jänner 2017, 08:34
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US-Behörde DFS verlangt umgerechnet 400 Millionen Euro, weitere 200 Millionen gehen laut einem Insider an die britische FCA

Washington/Frankfurt – Die Deutsche Bank kann eine ihrer juristischen Altlasten deutlich günstiger beseitigen als befürchtet: Nach der milliardenschweren Einigung im US-Hypothekenstreit kommt die größte Bank Deutschlands in einem Geldwäscheskandal in Russland mit Strafen von umgerechnet 600 Millionen Euro davon.

425 Millionen Dollar (400 Millionen Euro) gehen an die New Yorker Finanzaufsichtsbehörde DFS, teilte diese am Montagabend mit. Die britische Bankenaufsicht FCA fordert einem Insider zufolge weitere rund 200 Millionen Euro. Die Deutsche Bank hatte laut Finanzkreisen rund eine Milliarde Euro für den Fall zurückgestellt.

Mangel an Kontrollen

Nach Einschätzung von Ermittlern haben russische Kunden über die Bank in Moskau und London Rubel-Schwarzgeld im Wert von rund zehn Milliarden Dollar gewaschen. Das sei jahrelang so gegangen, weil die Bank mangels ausreichender Kontrollen zahlreiche Gelegenheiten verpasst habe, die Manipulationen aufzudecken, zu untersuchen und zu stoppen, erklärte die DFS.

Dabei habe die Bank zu der Zeit längst gewusst, dass bei der Einhaltung von Vorschriften großen Nachholbedarf hatte, kritisierte DFS-Chefin Maria Vullo. Selbst als eine andere europäische Bank sie auf widersprüchliche Informationen zu einem der betroffenen Kunden hinwies, habe die Deutsche Bank nicht reagiert – und das später damit entschuldigt, dass der zuständige Manager zu viel zu tun gehabt habe. Erst Ende 2014 – viel später als andere Institute – habe die Bank Russland als Hochrisikoland eingestuft. Nun bekommt sie einen Aufpasser zur Seite gestellt, der interne Abläufe gegen Geldwäsche unter die Lupe nehmen soll.

Verdacht der Geldwäsche

Die dubiosen Kunden hatten bei der Deutschen Bank in Moskau russische Standardaktien in Rubel gekauft. Mit ihnen verbundene Unternehmen verkauften die gleichen Aktien – oft noch am selben Tag – über die Deutsche Bank in London und kassierten dafür US-Dollar. Das sei wirtschaftlich unsinnig gewesen und lege den Verdacht der Geldwäsche nahe, erklärte Vullo. Den Vorwurf, mit den undurchsichtigen Deals auch US-Sanktionen verletzt zu haben, konnte die Deutsche Bank jedoch entkräften, wie mehrere mit dem Vorgang vertraute Personen sagten.

Noch 2015 hatte Vorstandschef John Cryan erklärt, die Deutsche Bank sei in der Russland-Affäre "verwundbar". Auf der Bilanzpressekonferenz am Donnerstag kann er nun Vollzug bei dem Ziel melden, die wichtigsten Rechtsstreitigkeiten rasch beizulegen.

Die britische FCA, die in dem Fall federführend ist, hatte den wichtigsten Teil ihrer Ermittlungen laut Finanz- und Aufsichtskreisen schon länger abgeschlossen. Größer war in der Deutschen Bank die Ungewissheit, wie die beteiligten US-Behörden den Fall nach dem Präsidentenwechsel bewerten und wie schnell sie zu einem Abschluss kommen würden. (APA, Reuters, 31.1.2017)

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