Fluglinien planen wegen neuer US-Regeln um

30. Jänner 2017, 18:13
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Emirates, Etihad und Lufthansa müssen die Einsatzpläne ihres Kabinenpersonals an die neuen US-Einreisebestimmungen anpassen

Wien/Frankfurt- Die neuen Reiseregeln von US-Präsident Donald Trump wirbeln den weltweiten Flugverkehr durcheinander. Airlines wie AUA-Mutter Lufthansa, Emirates oder Etihad schicken wegen des Einreiseverbots für Bürger einiger muslimischer Staaten Teile ihres fliegenden Personals nicht mehr in die USA. "Wir haben Crew-Mitglieder, die von der Änderung betroffen sind", sagte ein Lufthansa-Sprecher am Montag. Die Mitarbeiter würden nun auf anderen Strecken abseits der USA fliegen. Zur Zahl der Betroffenen könne er derzeit nichts sagen.

Die US-Regierung verbietet Bürgern aus sieben Staaten (Irak, Iran, Jemen, Libyen, Somalia, Sudan und Syrien) seit Freitag die Einreise. Wegen der Neuregelung hat auch Emirates aus dem Ölemirat Dubai Konsequenzen gezogen. "Wir haben unsere Crew-Planung angesichts der neuen Anforderungen angepasst", sagte ein Sprecher der arabischen Airline. Die Flüge zu den elf Zielen in Amerika starteten aber wie geplant. Auch Etihad aus dem Nachbar-Emirat Abu Dhabi erklärte, alle Maßnahmen ergriffen zu haben, um weiterhin einen reibungslosen Flugbetrieb zu gewährleisten.

Die großen Airlines vom Persischen Golf haben im Nahen Osten und Nordafrika ein dichtes Netz von Flugverbindungen und sind deshalb von dem US-Verbot stärker betroffen als andere. In Dubai ist nach Aussagen des Flughafens bereits eine Handvoll Passagiere am Flug in die USA gehindert worden.

Nach Aussagen der Lufthansa sind auch Fluggäste der deutschen Gesellschaft betroffen. Ihre Anzahl sei aber sehr gering. So sei es einer Hilfsorganisation nicht mehr möglich gewesen, Flüchtlinge über Frankfurt in die USA zu bringen. Passagiere, die die USA nicht mehr betreten dürften, könnten den Flug kostenfrei umbuchen. Die Ausgaben dafür könnten noch nicht beziffert werden. Auswirkungen auf den allgemeinen Flugbetrieb der Lufthansa habe die Situation nicht.

In Österreicher könnten Zehntausende vom Einreiseverbot in die Vereinigten Staaten betroffen sein. Das Außenministerium schätzt allein die Zahl der iranischstämmigen Personen in Österreich auf 30.000 bis 35.000. Man könne "davon ausgehen, dass praktisch alle auch die iranische Staatsbürgerschaft haben, weil sie diese nicht verlieren", erklärte Außenamtssprecher Thomas Schnöll.

Am Flughafen Wien-Schwechat saßen am Montag drei Iraner fest. Sie wollten am Samstag über Wien nach New York bzw. Chicago reisen und hatten vergeblich auf eine Einreiseerlaubnis gehofft. Montagabend gab ein AUA-Sprecher bekannt, dass sie am Mittwoch in den Iran zurückfliegen werden. (cr, Reuters 30.1.2017)

  • Die von US-Präsident Donald Trump erlassenen Einreisebestimmungen bringen den weltweiten Flugverkehr durcheinander.
    foto: reuters

    Die von US-Präsident Donald Trump erlassenen Einreisebestimmungen bringen den weltweiten Flugverkehr durcheinander.

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