Liverpool in der Krise, jetzt kommt Chelsea

30. Jänner 2017, 17:05
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Klopp-Team schaffte in diesem Jahr erst einen Sieg, nach dem Aus im FA-Cup gerät auch der Trainer in die Kritik

Liverpool – Ausgerechnet im Schlager gegen Tabellenführer Chelsea muss Liverpool den Weg aus der Jänner-Krise finden. Die Londoner gastieren am Dienstag beim auf den vierten Platz abgerutschten ehemals ersten Verfolger. An der Anfield Road haben die Reds zuletzt Niederlagen gegen Schlusslicht Swansea, Southampton (Ligacup) und zuletzt Zweitligist Wolverhampton (FA-Cup) kassiert.

Für Trainer Jürgen Klopp stellte das 1:2 eine Zäsur in seiner 15-monatigen Amtszeit dar: "Wenn jemand fragt, ob das der Tiefpunkt meiner Zeit in Liverpool bis jetzt ist – ich weiß es nicht. Aber wenn es der Tiefpunkt ist, ist es ein perfekter Moment, die Dinge umzudrehen, denn tiefer geht es nicht." Aus den acht Spielen 2017 holte sein Team nur einen Sieg – ein 1:0 bei Viertligist Plymouth Argyle.

"Wir brauchen positive Energie für die nächsten Spiele – Vertrauen und Glauben", so Klopp. "Sollen wir etwa den Kopf schon in den Sand stecken? Es gibt noch eine Menge zu holen in dieser Saison."

Klopp befindet sich in einem "ausgewachsenen Sturm", wie das Liverpool Echo nach der Pokalblamage gegen Zweitligist Wolverhampton Wanderers schrieb. Die beißende Kritik von Englands Fußball-Ikone Gary Lineker ("zeugt von mangelndem Wissen und fehlendem Respekt") an Klopps übermäßiger Rotation im FA-Cup unterstützte nun auch Alan Shearer: "Liverpool spielt nicht einmal in Europa. Es ist irre, ich verstehe das nicht."

Um nun schnell einen Stimmungsumschwung einzuleiten, lässt Klopp nichts unversucht. Per Privatjet wurde am Montag Sadio Mané nach dem Viertelfinal-Aus des Senegal im Afrika-Cup zurück nach Liverpool geholt. Klopp braucht die Impulse des 24-Jährigen dringend, auch wenn Mané zunächst wohl nur auf der Bank sitzen wird.

Gegen Chelsea gelang in dieser Saison mit einem 2:1 in London immerhin bereits einmal ein Erfolg. Es war eine von nur drei Niederlagen für den Leader in der laufenden Meisterschaft. "Wir müssen vorsichtig sein", warnte Trainer Antonio Conte. Er könne sich die Misserfolge des Gegners nur schwer erklären, meinte der Italiener. "Beide Mannschaften wollen gewinnen. Es könnte eine offene Partie werden."

Prödl gegen Gunners

Zehn Punkte trennt Chelsea derzeit von Liverpool, auf den Zweiten Arsenal beträgt der Vorsprung acht Zähler. Die Gunners sind ihrerseits zu Hause gegen Sebastian Prödls Watford im Einsatz, Trainer Arsene Wenger wird aufgrund einer Sperre auf der Tribüne Platz nehmen. Der Dritte Tottenham gastiert mit Kevin Wimmer bei Schlusslicht Sunderland.

Die auf den Rängen fünf und sechs liegenden Klubs aus Manchester sind erst Mittwoch im Einsatz. City hat auswärts bei West Ham die weitaus schwierigere Aufgabe zu meistern. Verfolger United hat im Old Trafford Hull City zu Gast und verteidigt dabei eine Serie von 13 ungeschlagenen Matches in Folge.

Meister Leicester nimmt mit Christian Fuchs in Burnley den nächsten Anlauf zum ersten Auswärtssieg der Saison. Marko Arnautovic spielt mit Stoke City am Mittwoch daheim gegen Everton. (APA, Reuters, 30.1. 2017)

  • Gegenwind für Jürgen Klopp.
    foto: ap/thompson

    Gegenwind für Jürgen Klopp.

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