Grau werden: Haare färben oder nicht

    Kolumne31. Jänner 2017, 09:13
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    Es ist eine Grundsatzfrage: Soll man der Natur ihren grauen Lauf lassen oder sich ein Budget für den Friseur machen und "Dickmacher" verwenden

    Es ist nicht immer eine Frage des Alters. Ob Haare grau werden oder nicht, ist eine Sache der Gene, jener nämlich, die die Melatoninproduktion in den Haaren regeln. Sie werden mit den Jahren mehr oder weniger schnell müde. Unlängst beim Friseur war es nicht zu übersehen. Da, wo helles Licht strahlt, leuchten sie: meine ersten weißen Haare.

    Die Friseurin beruhigt: "Noch sind wir nicht so weit", sagt sie, und ich bin im Moment heilfroh, noch keine Entscheidung treffen zu müssen. Ich hatte noch nie gefärbte Haare, nur einmal Meschen mit 18 Jahren. Das war toll, aber irgendwie nicht toll genug, als dass ich alle sechs Wochen einen Friseurbesuch mit langen Sitzungen vereinbaren wollte.

    Haare färben, stelle ich mir vor, ist ein bisschen wie Drogen nehmen. Wer es einmal beginnt, kann nicht mehr aufhören. Entweder weil die eigene Haarfarbe dann einfach nicht mehr attraktiv genug ist – oder sich "etwas rauswachsen zu lassen" haartechnisch immer mühsam ist.

    Neues erschließen

    Grau ist ja auch nicht gleich grau: Und ich weiß ja noch nicht, wohin die Reise gehen wird. Jedenfalls habe ich in den vergangenen Jahren einen Trend zu grauem Haar registriert, der mir eigentlich sehr gut gefällt – bei Männern wie Frauen.

    Dabei bin ich keineswegs gegen das Färben, im Gegenteil: Es könnte auch ein neues Erlebnis sein, ich könnte Farben ausprobieren. Experimentieren. Blond sein. Das wäre immerhin abwechslungsreich, vielleicht sogar ein Abenteuer.

    Andererseits: Haare zu färben wirft auch ein Licht auf die Dichte und Gepflegtheit von Haaren. Die Faustregel dürfte sein: Je dünner, umso weniger natürlich das Ergebnis. Und da öffnen sich plötzlich wieder ganz neue Türen: Nicht nur, dass es ganz eigene Haarpflegelinien für gefärbtes Haar gibt, sondern es gibt jetzt auch Dickmacher für dünne Haare. Sie heißen Thickener (La Biosthétique, Aveda), sind gewöhnungsbedürftig, bringen aber tatsächlich Volumen, eine schöne neue Welt.

    Wovor ich mich aber in jedem Fall fürchte, ist der graue Nachwuchs, der immer wieder durchbrechen wird. Eine Freundin nutzt immer ihre Wimperntusche, wenn sie es nicht rechtzeitig zum Friseur geschafft hat. Das kaschiert, sagt sie. Ich bleibe untentschlossen. (Karin Pollack, 31.1.2017)

    • Ein Blick in die Zukunft – natürlich altern oder zukünftig alle fünf Wochen beim Friseur sitzen?
      foto: istockphoto

      Ein Blick in die Zukunft – natürlich altern oder zukünftig alle fünf Wochen beim Friseur sitzen?

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