Schnell abserviert: "Die Frauen der russischen Oligarchen" im ORF

31. Jänner 2017, 11:00
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Nicht wenige Russinnen hoffen darauf, von einem Oligarchen auserwählt zu werden und ein Leben in Saus und Braus zu führen: "kreuz & quer" am Dienstag um 22.30 auf ORF 2

Maria Sobol (22) träumt von Moskau: "Ich bin schön, ich bin klug, ich habe einen Collegeabschluss", sagt Maria. "Und ich habe viele Interessen, wie fremde Sprachen zu lernen. Ich lese gerne, koche gerne, putze gerne. Ich denke, ich bin eine gute Partie." Alyona Nova hat es bereits hinter sich. Sie führte mit ihrem ersten Ehemann ein Leben, "von dem jedes Mädchen träumt", von dem Maria träumt.

Alyonas und weitere Erzählungen in der "kreuz und quer"-Dokumentation "Die Frauen der russischen Oligarchen" am Dienstag um 22.30 auf ORF 2 müssten Maria die Augen öffnen. Nicht wenige Russinnen hoffen darauf, von einem Oligarchen auserwählt zu werden und ein Leben in Saus und Braus zu führen. Reichtum und verschwenderischer Stil haben allerdings oft ein Ablaufdatum.

Viele, die im Luxus lebten, denken an Selbstmord

Das Schicksal der geschiedenen Frauen ist hart, denn mit dem Ende der Ehe verlieren die meisten auch ihre sozialen Kontakte. "Wenn ein Mann geht, nimmt er alles mit", sagt die Sachbuchautorin Tatyana Ogorodnikowa. "Alle folgen dem Stärkeren, dem Wohlhabenden." Viele, die davor im Luxus gelebt haben, dächten zuerst an Selbstmord.

Alexander Gentelev bringt mit dem Film die Randaspekte des Oligarchensystems Russlands zur Sprache. Exfrauen kommen zu Wort, etwa Natalia Portanina. Mehr als 20 Jahre war sie mit Wladimir Portanin verheiratet, dem ehemaligen stellvertretenden Ministerpräsidenten unter Boris Jelzin und dem heute reichsten Mann Russlands. Unter Tränen erinnert sie sich, wie sich der einst liebende Ehemann unter dem Einfluss des Kapitals veränderte.

Der "Wow"-Effekt fehlt

Unterdessen versucht Maria Sobol genau in die Welt zu kommen, die Natalia fortan verschlossen ist und die sie naturgemäß kritischer sieht. Maria muss sich einem erbarmungslosen Auswahlverfahren stellen. Ihr fehle der "Wow"-Effekt, sagt Anton Alfa, Besitzer einer Modellagentur in Moskau. "Ich glaube nicht, dass du Karriere machen wirst." Maria versucht es trotzdem. Für rund 100 Euro kann sie sich in der "Bitch Academy" darin unterrichten lassen, wie sie sich einen reichen Mann angeln kann. "Zuallererst musst du fröhlich sein", erklärt die Lehrerin. "Lieb, sanft, zärtlich, adrett, nicht langweilig, sehr sexy und keine H – keine Hure." Erfolgsgarantien gibt es trotzdem nicht. (prie, 31.1.2017)

  • Natalia Potanina, die Exfrau des russischen Oligarchen Wladimir Potanin.
    foto: orf/taskovsky films

    Natalia Potanina, die Exfrau des russischen Oligarchen Wladimir Potanin.

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