Unicredit erwartet für 2016 11,8 Milliarden Euro Verlust

30. Jänner 2017, 19:19
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Bilanzen der Bank Austria-Mutter durch Beteiligung an privaten Bankenrettungsfonds Atlante belastet – Aktie unter Druck

Mailand – Die Bank-Austria-Mutter Unicredit geht für das Gesamtjahr 2016 von Nettoverlusten von 11,8 Milliarden Euro aus. Das teilte Unicredit in einer Presseaussendung nach einer Boardsitzung am Montag mit. Die Unicredit-Bilanz 2016 wird vor allem durch Abschreibungen der Beteiligung am privaten Bankenrettungsfonds Atlante belastet, hieß es in der Aussendung.

Die Aktien der Bank-Austria-Mutter sind am Montag an der Mailänder Börse arg unter Druck geraten, nachdem die Europäische Zentralbank (EZB) vom Geldhaus eine klare Strategie zum Abbau fauler Kredite verlangt hat. Die Unicredit-Aktie verlor 5,4 Prozent ihres Werts und wurde vorübergehend vom Handel ausgesetzt.

Zuvor war bereits bekannt geworden, dass die kriselnde italienische Großbank im laufenden Jahr eine Sonderdividende von drei Milliarden Euro aus der Münchner Hypovereinsbank (HVB) abzieht. Darüber hinaus wird im Juni der Gewinn aus dem Geschäftsjahr 2016 an die Mutter abgeführt.

Die deutschen Aufsichtsbehörden sehen mit Sorge, dass HVB durch den Mittelabfluss geschwächt wird. "Wir sind nicht erfreut", zitiert Reuters einen Insider. Unicredit sucht die Sorgen zu zerstreuen: "Die starke Kapital- und Liquiditätsausstattung der HypoVereinsbank wird auch nach dieser Zahlung erhalten bleiben." (red, APA, Reuters, 30.1.2017)

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