Sky und Armstrong weisen Motordoping-Vorwürfe zurück

30. Jänner 2017, 13:26
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Nach neuen Informationen durch CBS-Sendung "60 Minutes" – Ungarischer Ingenieur verkaufte Mini-Motoren schon 1998

Los Angeles – Das Radteam Sky und der des Dopings überführte Ex-Star Lance Armstrong haben den Betrug mit Mini-Motoren an ihren Rädern zurückgewiesen. Eine Reportage des US-TV-Senders CBS lieferte am Sonntagabend neue Informationen zu dem umstrittenen Thema.

Der ungarische Konstrukteur Istvan Varjas bestätigte in der CBS-Sendung "60 Minutes", 1998 einen Motor samt Exklusivität für zehn Jahre über einen Mittelsmann an einen ungenannten Käufer veräußert zu haben. Ein Jahr später begann der Siegeszug von Armstrong bei der Tour de France.

Wegen systematischen Dopings hat der US-Amerikaner mittlerweile aber alle seine sieben Tour-Titel verloren. Armstrong dementierte über seinen Anwalt, jemals "irgendeinen Motor" verwendet zu haben.

Varjas gab zudem – laut eigenen Angaben auch gegenüber der französischen Polizei – an, vor der Tour 2015 mehrere Räder an einen Kunden verkauft zu haben, dessen Identität er nicht kennt. Bei dieser Version sei der Motor im Radlager des Hinterrades versteckt gewesen, verursache aber ein Zusatzgewicht von etwa 800 Gramm.

"Gewicht ist alles"

Vor einer Zeitfahr-Etappe der Tour 2015 waren alle Räder vom Weltverband (UCI) gewogen worden. Laut CBS-Angaben seien die Sky-Räder jeweils um etwa 800 Gramm schwerer gewesen als jene der Konkurrenz. "Gewicht ist alles", urteilte der frühere Tour-Sieger Greg Lemond. "Wenn ein Rad ein Kilo mehr hat, würde man niemals damit fahren."

Das britische Sky-Team stellte mit Bradley Wiggins (2012) und Chris Froome (2013, 2015, 2016) den Sieger von vier der vergangenen fünf Tour-Auflagen. Ein Teamsprecher betonte allerdings, dass die Mannschaft "niemals mechanische Unterstützung verwendet" habe. Der Gewichtsunterschied könnte auch mit besserer Aerodynamik erklärt werden. 2015 seien jedenfalls alle Räder von der UCI überprüft und für regelkonform befunden worden, betonte der Sprecher.

Der US-Amerikaner Lemond glaubt, dass das Problem immer noch existent ist. "Ich weiß, dass der Motor immer noch im Sport ist", sagte der Tour-Sieger von 1986, 1989 und 1990, der im Radsport sehr gut vernetzt ist. "Es gibt immer ein paar schlechte Äpfel, weil es um sehr viel Geld geht." (APA, 30.1.2017)

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