Präsidentschaftskandidat Fillon sorgt weiter für Irritationen

30. Jänner 2017, 13:13
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Wahlkampfteam rückt Angaben des Konservativen zu seinem Konto zurecht

Paris – Neue Angaben des französischen Präsidentschaftskandidaten Francois Fillon zu seinem Konto haben Irritationen ausgelöst. Der bereits durch eine Scheinbeschäftigungs-Affäre unter Druck geratene Fillon sagte am Sonntag bei einer Wahlkampfveranstaltung in Paris, er und seine Frau Penelope hätten nur ein einziges gemeinsames Konto bei einer französischen Bank.

Die Nationalversammlung schreibt Parlamentariern wie Fillon allerdings ein Sonderkonto für eine Aufwandspauschale vor. Das Wahlkampfteam des Konservativen bemühte sich inzwischen um eine Klarstellung. Mehrere Abgeordnete wiesen darauf hin, dass die Aufwandspauschale nur auf ein Konto eingezahlt werden kann, das unabhängig von dem persönlichen Konto ist. Diese monatliche Zahlung namens IRFM (indemnité representative de frais de mandat) belief sich laut Nationalversammlung zuletzt auf 5.805 Euro brutto. Sie soll Ausgaben decken, die den Abgeordneten bei der Ausübung ihres Mandats entstehen und nicht direkt vom Parlament übernommen werden.

Versuch der Schadensminimierung

Mitarbeiter Fillons bemühten sich gegenüber der Zeitung "Liberation" um eine Klarstellung: Er habe bei seinem Wahlkampfauftritt sagen wollen, dass er mehrere Konten habe, aber bei einer einzigen Bank. "Er hält sich an alle Auflagen der Nationalversammlung", zitiert das Blatt das Fillon-Team.

Der Konservative ist bereits durch den Vorwurf einer Scheinbeschäftigung seiner Ehefrau unter Druck. Zudem soll er nach Medienberichten in eine Affäre um schwarze Kassen für konservative Senatoren verstrickt sein.

Laut einer am Sonntag veröffentlichten Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Kantar Sofres sind Fillons Zustimmungswerte gesunken. Er würde demnach in der ersten Runde der Präsidentschaftswahl am 23. April nur noch zwischen 21 und 22 Prozent erhalten, dicht gefolgt von dem parteilosen Sozialliberalen Emmanuel Macron, der auf 20 bis 21 Prozent kommt.

Die rechtsextreme Front-National-Chefin Marine Le Pen käme mit 25 Prozent in der ersten Runde auf den ersten Platz. In der Stichwahl im Mai würde Fillon sich danach allerdings klar gegen Le Pen durchsetzen. (APA/AFP, 30.1.2017)


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