Vier der fünf entführten pakistanischen Blogger wieder aufgetaucht

30. Jänner 2017, 12:12
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Männer hatten Islamisierung der Gesellschaft für politische Zwecke kritisiert

Vier der fünf im Jänner entführten pakistanischen Blogger und Aktivisten sind am Wochenende wieder aufgetaucht. Das bestätigten Familienmitglieder am Montag. Zum Gesundheitszustand der Männer oder der Identität der Entführer wollten sie nichts sagen. Der Aktivist Samar Abbas blieb auch am Montag noch verschwunden.

Alle Männer hatten im Internet oder in Magazinen die Islamisierung der Gesellschaft für politische Zwecke oder das mächtige Militär Pakistans kritisiert. Menschenrechtsorganisationen hatten angedeutet, staatliche Akteure könnten am Verschwinden der Männer beteiligt gewesen sein. Die Fälle hatten international Empörung ausgelöst.

Merck wollte sich dazu nicht äußern

Wo die Männer nun sind, blieb zunächst unklar. Familienmitglieder von drei der Männer sagten, sie seien in Pakistan. Einer der Aktivisten, Asim Saeed, arbeitet seiner Familie zufolge bei dem deutschen Pharmaziekonzern Merck in Singapur und sei nun wieder dort oder in Deutschland. Merck wollte sich dazu nicht äußern.

Der Leiter der pakistanischen Datenschutzorganisation "Bytes For All", Shirzad Ahmad, sagte jedoch, alle vier Männer seien ins Ausland geflohen, um sich in Sicherheit zu bringen. Sie und ihre Familien werden in sozialen Medien als Gotteslästerer beschimpft. Solche Vorwürfe werden nach Angaben von Kritikern der scharfen Blasphemiegesetze des Landes oft missbraucht, um unliebsame Menschen ruhigzustellen. Blasphemie kann in Pakistan vom Staat mit dem Tod bestraft werden. Extremisten exekutieren Gotteslästerer oft in Selbstjustiz.

Droh-SMS

Mindestens ein Verwandter eines der Entführten hat nach Angaben von Shirzad Ahmad Droh-SMS der Islamistengruppe Lashkar-e Jangvi al Almi erhalten. (APA, 30.1. 2017)

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