Hotel von Hackern erpresst: Kein Zimmer für neue Gäste

30. Jänner 2017, 11:49
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Das Seehotel Jägerwirt am Turracher See zahlte 1.500 Dollar Lösegeld, um Systeme freizukaufen

Ein Hotel in der Steiermark sah sich in den vergangenen zwei Monaten insgesamt vier Hackerangriffen ausgesetzt. Anfang Dezember musste das Seehotel Jägerwirt sogar umgerechnet 1.500 Dollar in Bitcoins überweisen, um seine Systeme freischalten zu lassen. Die Hacker hatten es damals geschafft, das Ausstellen von Schlüsselkarten für neu angekommene Gäste zu blockieren.

"Wir denken inzwischen tatsächlich darüber nach, wieder zu klassischen Schlössern zurückzukehren", sagt Hotelmanager Christoph Brandstätter zum STANDARD. Die von RT (früher Russia Today) verbreitete Meldung, dass Gäste in ihren Hotelzimmern eingesperrt worden sind, stimmt laut Brandstätter allerdings nicht.

Rund 30 Vorfälle pro Woche

Erpressungstrojaner werden auch in Österreich zu einer immer größeren Belastung für Unternehmen. Aktuell gibt es rund dreißig anzeigte Vorfälle pro Woche, hieß es vor einigen Wochen bei der Vorstellung des Cybersicherheitsberichts. Auch mehrere Spitäler sollen bereits von Erpressungstrojanern attackiert worden sein, hieß es vergangenen Donnerstag bei einer Podiumsdiskussion, die von PHH Prochaska Havranek Rechtsanwälte GmbH organisiert worden war. (fsc, 30.1.2017)

Korrektur:

Das Hotel befindet sich noch in der Steiermark und nicht, wie anfangs fälschlicherweise behauptet, in Kärnten.

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Seehotel Jägerwirt

Nachlese

Internetsicherheit 2016: Erpressungstrojaner boomen in Österreich

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    foto: seehotel järgerwirt
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