Lufthansa darf Flugzeuge von Air Berlin mieten

30. Jänner 2017, 12:22
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33 Maschinen gehen an Eurowings, fünf an die AUA

Frankfurt/Schwechat/Berlin – Die AUA-Mutter Lufthansa darf nach einer Überprüfung durch die Kartellwächter Flugzeuge von Air Berlin mieten. Die Fluggesellschaft habe mit den neuen Maschinen die Möglichkeit "zu expandieren", dieser Zuwachs sei jedoch "nicht ausreichend", um das Vorhaben zu untersagen, teilte das deutsche Bundeskartellamt am Montag in Bonn mit.

Die Lufthansa will 38 Passagierflugzeuge inklusive Besatzung von Air Berlin leasen. 33 Maschinen sollen demnach an die Billigtochter Eurowings gehen, fünf an die Tochter Austrian Airlines (AUA).

Die beiden deutschen Fluggesellschaften hatten bereits im September vereinbart, dass die Lufthansa 38 Flugzeuge "zu marktüblichen Konditionen" von Air Berlin least.

Air Berlin schreibt seit 2008 rote Zahlen, unterbrochen nur von einem kleinen Plus im Jahr 2012. Seit 2013 vergrößern sich die Verluste immer weiter. Das Unternehmen verkleinert deshalb seine Flotte auf 75 Maschinen und streicht etliche Stellen. Die Touristiksparte soll mit dem Ferienflieger Tuifly verschmolzen werden. Am Mittwoch übernimmt der bisherige Lufthansa-Manager Thomas Winkelmann den Chefposten bei Air Berlin.

Treffen in Abu Dhabi

Lufthansa und die arabische Fluggesellschaft Etihad haben zudem für Mittwoch zu einer gemeinsamen Pressekonferenz in Abu Dhabi eingeladen. Es gehe um künftige Kooperationen, teilte die Lufthansa mit. Teilnehmen werden laut Etihad-Einladung die Chefs der beiden Unternehmen, James Hogan und Carsten Spohr.

Im vergangenen Monat hatten die beiden Konzerne ihre Zusammenarbeit bekanntgegeben: Die Lufthansa mietet nicht nur 38 Jets vom Etihad-Partner Air Berlin, sondern bietet auf einigen Strecken Gemeinschaftsflüge an. Damals hatte Spohr gesagt, er könne sich vorstellen, die Zusammenarbeit auf andere Bereiche auszuweiten.

Vor kurzem hatte Hogan Spekulationen über eine Beteiligung seines Konzerns an den Frankfurtern zurückgewiesen. Bei Gesprächen zwischen den Unternehmen gehe es um Gemeinschaftsflüge und eine Zusammenarbeit beim Bordessen, hatte ein Insider gesagt.

Am vergangenen Dienstag gab die Fluggesellschaft aus Abu Dhabi dann bekannt, dass Hogan im zweiten Halbjahr dieses Jahres seinen Posten an der Konzernspitze abgeben werde. Etihad hat sich mit seiner Europastrategie verhoben und ist bei der Niki-Mutter Air Berlin und Alitalia eingestiegen, die nicht aus Bredouille kommen. (APA/Reuters, 30.1.2017)

  • Grünes Licht von den Kartellwächtern: Die Lufthansa darf insgesamt 38 Flugzeuge inklusive Besatzung von Air Berlin leasen.
    foto: reuters/axel schmidt

    Grünes Licht von den Kartellwächtern: Die Lufthansa darf insgesamt 38 Flugzeuge inklusive Besatzung von Air Berlin leasen.

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