Griechische Schulden: ESM sieht "keinen Grund für Alarmismus"

29. Jänner 2017, 13:11
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Die Schulden des Landes seien kontrollierbar, sagte ein Sprecher

Athen – Das hoch verschuldete Griechenland kann seine Staatsfinanzen nach Einschätzung des Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM) langfristig in den Griff bekommen. Voraussetzung sei jedoch eine vollständige Umsetzung der vereinbarten Reformen, sagte ein ESM-Sprecher am Sonntag. "Wir sehen keinen Grund für eine alarmistische Einschätzung der griechischen Schuldensituation."

Am Wochenende war eine Analyse des Internationalen Währungsfonds (IWF) bekannt geworden, in der vor einer langfristig kritischen Schuldenlast gewarnt wurde. "Europa hat klare Zusagen gegeben, Griechenland nach dem Ende des laufenden Programms zusätzliche Schuldenerleichterungen zu gewähren, wenn das nötig sein sollte und Griechenland alle Reformen umgesetzt hat", hieß es beim ESM.

Der IWF beteiligt sich derzeit nur beratend am laufenden Kreditprogramm für Griechenland, in dem bis 2018 bis zu 86 Milliarden Euro bereit stehen. Der Fonds zögert eine Entscheidung über die künftige finanzielle Beteiligung hinaus, weil er Zweifel an der langfristigen Tragfähigkeit der griechischen Schuldenlast hat.

Das Land ist seit 2010 auf internationale Unterstützung angewiesen. In Athen türmte sich unlängst noch ein Schuldenberg von rund 315 Milliarden Euro – etwa 180 Prozent der Wirtschaftsleistung. Die Konjunktur zeigte allerdings leichte Anzeichen der Erholung.

Eigentlich war eine IWF-Entscheidung bis Ende 2016 erwartet worden. Die Beteiligung des Fonds war 2015 Voraussetzung für die Zustimmung des Deutschen Bundestages zu erneuten Hilfsgeldern an Griechenland gewesen. (APA, 29.1.2017)

  • Die griechischen Schulden sind nach wie vor immens hoch: Der ESM sieht aber keinen Anlass für Alarmismus.
    foto: apa / dpa / rumpenhorst

    Die griechischen Schulden sind nach wie vor immens hoch: Der ESM sieht aber keinen Anlass für Alarmismus.

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