Alaba, Sabitzer und Suttner lassen es klingeln

28. Jänner 2017, 20:38
204 Postings

Münchner glänzt mit herrlichem Freistoßtreffer gegen Bremen, Leipziger entscheidet Partie gegen Hoffenheim, Ingolstädter trägt zu Erfolg gegen HSV bei

Bremen – Drei Österreicher-Goals in den Samstag-Partien der 18. Runde in der deutschen Bundesliga: David Alaba (Freistoß), Marcel Sabitzer und Markus Suttner trafen ins Schwarze – für ihre Teams (Bayern München, RB Leipzig und Ingolstadt) gab es Siege.

Leipzig gewann das hochklassige Duell mit Hoffenheim dank des Tores von Sabitzer in der 77. Minute mit 2:1 und fügte 1899 damit die erste Niederlage der Saison zu. Der Aufsteiger liegt somit weiter drei Punkte hinter den Bayern, die bei Werder Bremen ebenfalls 2:1 (2:0) gewannen. Alaba zirkelte dabei einen herrlichen Freistoß zum zwischenzeitlichen 2:0 für die Gäste in die Maschen (45.).

Ingolstadt gelang gegen den HSV ein wichtiger 3:1-Erfolg, Suttner steuerte den zweiten Treffer für die Mannschaft aus Bayern bei.

Nadiem Amiri hatte Hoffenheim in Leipzig aus einem wunderbar exekutierten Konter in Führung (18.) gebracht, Timo Werner egalisierte für das Team von Trainer Ralph Hasenhüttl (38.). Hoffenheims Topscorer Sandro Wagner sah nach der Pause für ein rüdes Foul an Stefan Ilsanker die Rote Karte (60.). Ilsanker konnte danach weiterspielen. Sabitzers Schuss zur Entscheidung wurde schließlich unhaltbar abgefälscht.

RB startete vor 39.633 Zuschauern gewohnt schwungvoll und aggressiv. Schon in der vierten Minute hatte Naby Keita die große Chance zum 1:0, doch sein Schuss aus zehn Metern strich knapp an der rechten Stange vorbei. Beim Kopfball von Kapitän Willi Orban verhinderte Torhüter Oliver Baumann mit einer glänzenden Parade einen Rückstand.

Die Gäste waren deutlich effizienter, gleich mit der ersten Chancen gingen sie in Führung, kurz danach hatte Kerem Demirbay sogar das 2:0 auf dem Fuß. Die Leipziger zeigten sich vom Rückstand aber nur kurz beeindruckt, bereits in der 25. Minute hätte Yussuf Poulsen den Ausgleich erzielen müssen. Bei seinem verunglückten Schuss aus fünf Metern über das Tor wurde deutlich, warum der dänische Nationalspieler erst ein Saisontor erzielt hat.

Nach dem Seitenwechsel war das Spiel nicht mehr so temporeich, beide Teams scheuten das letzte Risiko. Zudem schlichen sich auf beiden Seiten Unkonzentriertheiten im Spielaufbau ein. Nach dem Platzverweis für Wagner drängte RB auf den Führungstreffer, Werner (67.) und Poulsen (69.) scheiterten jedoch zunächst.

Hasenhüttl, nach dem Siegestreffer mitten in der Jubeltraube befindlich, resümierte: "Wir haben trotz des Rückstandes an unseren Matchplan geglaubt. Wir haben dem Gegner heute unser Spiel aufgezwungen. Im Endeffekt haben wir es erzwungen und einen absolut verdienten Sieg geholt."

Junuzovic zeigt auf

In Bremen brachte Arjen Robben die Bayern nach Querpass von Franck Ribery in Führung, ehe Alaba sein erstes Ligator in dieser Saison komponierte. Auf der Ersatzbank der Münchner freute sich darüber auch Marco Friedl. Der 18-jährige Tiroler stand erstmals in einem Pflichtspiel im Profikader.

Bei den Bremern zeigte Zlatko Junuzovic nach überstandener Wadenverletzung als Ersatzkapitän für den fehlenden Clemens Fritz eine starke Leistung. Nach einem Pass des Werder-Kapitäns ließ Max Kruse Alaba gekonnt aussteigen und verkürzte auf 1:2 (53.). Zählbares gab es für Werder aber auch im 13. Spiel hintereinander gegen die Bayern nicht zu holen, obwohl die Norddeutschen nach dem Anschlusstreffer mutiger auftraten. Kruse hatte in der 69. Spielminute den Ausgleich auf dem Fuß, verfehlte aber knapp. Als 15. steckt das Team weiter mitten im Abstiegskampf.

Der FC Ingolstadt schöpfte in ebendiesem durch ein 3:1 im direkten Duell mit einem schwachen HSV neue Hoffnung. Durch den Sieg zog man an den Hamburgern vorbei und liegt nun auf dem Relegationsrang. Suttner traf mit einem von Michael Gregoritsch abgefälschten Freistoß. Es war das dritte Freistoßtor des linken Verteidigers in der Bundesliga – allesamt erzielt in seinen jüngsten fünf Einsätzen.

Pascal Groß brachte Ingolstadt in der 14. Minute mit einem sehenswerten Schuss in Führung. Das 3:0 besorgte der starke Almog Cohen kurz nach der Pause per Foulelfmeter (47.). Vorausgegangen war eine Attacke des wenige Sekunden zuvor eingewechselten Dennis Diekmeier gegen Groß. Gotoku Sakai konnte für den HSV lediglich auf 1:3 (63.) verkürzen. Dessen Sportchef Jens Todt reagierte verärgert: "Wir haben heute gesehen, wie Abstiegskampf geht. Nur leider haben wir das nicht gezeigt, sondern der Gegner.

Leverkusen gibt Partie gegen Gladbach aus der Hand

Bayer Leverkusen unterlag gegen Borussia Mönchengladbach nach einer 2:0-Halbzeitführung noch mit 2:3 und verlor im Rennen um die Europacupplätze erneut an Boden. Lars Stindl (52./58.) und Raffael (71.) schossen die Gäste zum ersten Auswärtssieg der Saison.

Leverkusen war davor durch einen Doppelschlag von Innenverteidiger Jonathan Tah (31.) und Javier Chicharito Hernandez (34.) scheinbar vorentscheidend davongezogen. Beide Tore wurden per Kopf erzielt. Leverkusen-Trainer Roger Schmidt: "Wir sind nicht so aus der Halbzeit gekommen, wie man das sollte. Nach dem Anschlusstor konnten wir keine Stabilität mehr in unser Spiel bekommen."

Damit nicht genug der schlechten Nachrichten für die Gastgeber: Bei einer Pyrotechnik-Aktion der Bayern-Anhänger vor dem Anpfiff wurde ein Kameramann verletzt. Julian Baumgartlinger und Ramazan Özcan saßen bei Leverkusen auf der Bank, Aleksandar Dragovic fehlte verletzt.

FC mit höchstem Auswärtssieg seit 1965

Der 1. FC Köln von Trainer Peter Stöger beendete seine sechs Spiele andauernde sieglose Serie mit einem überzeugenden 6:1 bei Schlusslicht Darmstadt 98. Die Kölner liegen nach dem höchsten Auswärtssieg seit mehr als 51 Jahren (6:0 bei Tasmania Berlin 1965) weiter auf dem siebenten Tabellenplatz. Stöger: "Logischerweise sind wir sehr zufrieden mit dem Spiel. Wir haben uns vorgenommen, das Spiel anzunehmen, und wir wussten, dass es kampfbetont werden wird. Wir haben die richtigen Lösungen gefunden, das erste Tor hat uns Ruhe gegeben. Die Marschroute war, weiter Druck zu machen und selbst aktiv zu sein."

Der FC Augsburg überraschte mit Martin Hinteregger und Georg Teigl (eingewechselt) mit einem 2:1-Sieg beim VfL Wolfsburg. Die Wolfsburger rutschten nach der sechsten Niederlage im zehnten Heimspiel auf Rang 13 ab. Kurios der Augsburger Ausgleich: Wolfsburg-Keeper Benaglio konnte einen Rückpass von von Luiz Gustavo nicht kontrollieren, der Ball sprang an den Kopf von Halil Altintop, von da zunächst an die Latte, dann wieder auf den Kopf von Altintop und ins Tor. (red, sid, APA, 28.1. 2017)

  • David Alabas Freistoß in Bremen war von unüberbietbarer Präzision.
    foto: ap/meissner

    David Alabas Freistoß in Bremen war von unüberbietbarer Präzision.

Share if you care.