Anton Zeilinger als ÖAW-Präsident wiedergewählt

27. Jänner 2017, 18:11
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Quantenphysiker hat das Amt seit 2013 inne – Amtszeit läuft mindestens bis 2022

Wien – Physiker Anton Zeilinger (71) wurde Freitag Nachmittag von der Gesamtsitzung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) als Präsident wiedergewählt. Nach einer Satzungsänderung im Vorjahr dauert die Amtszeit des ÖAW-Präsidiums künftig fünf Jahre (bisher vier). Zeilinger wird also bis 2022 im Amt sein. Er steht seit 2013 an der Spitze der Gelehrtengesellschaft.

Der Vizepräsident und die beiden Präsidenten der mathematisch-naturwissenschaftlichen bzw. der philosophisch-historischen Klasse der Akademie sollen im Frühjahr gewählt werden. Die Mitglieder des Präsidiums werden von der Gesamtsitzung aus der Reihe der wirklichen Mitglieder der Akademie gekürt.

Er wolle gemeinsam mit den Akademiemitgliedern "den begonnenen Weg einer Weiterentwicklung der ÖAW fortsetzen", erklärte Zeilinger. Zu seinem Arbeitsprogramm für die nächsten Jahre sagte der ÖAW-Präsident: "Die Akademie soll ein modernes Zentrum des Wissens sein, ein Ort des Dialogs der Wissenschaft mit der Öffentlichkeit und Raum bieten für innovative Ideen, die unsere Gesellschaft voranbringen."

Hintergrund

Zeilinger zählt zu den renommiertesten österreichischen Wissenschaftern. Er war von 1999 bis 2013 Professor für Experimentalphysik an der Universität Wien und von 2004 bis 2013 Direktor am Institut für Quantenoptik und Quanteninformation (IQOQI). Der Quantenphysiker hat in seiner Karriere bahnbrechende Beiträge zu den Grundlagen der Quantenphysik geliefert. Seine bisher in der Fachwelt am meisten beachtete Arbeit, die erste Teleportation eines Teilchens, die rasch mit "Beamen" aus der TV-Serie "Star Trek" verglichen wurde, hat ihn mit einem Schlag auch in der breiten Öffentlichkeit berühmt gemacht.

Die 1847 gegründete Österreichische Akademie der Wissenschaften (ÖAW) ist eine Gelehrtengesellschaft und zugleich die größte grundlagenorientierte, außeruniversitäre Forschungsinstitution in Österreich. 2022 feiert sie ihr 175jähriges Bestehen. Sie hat 770 Mitglieder und 28 Forschungsinstitute mit rund 1.500 Mitarbeitern in den Geistes-, Kultur-, Sozial- und Naturwissenschaften, darunter international renommierte Einrichtungen wie das IQOQI, das Institut für Molekulare Biotechnologie (IMBA) und das Forschungszentrum für Molekulare Medizin (CeMM). (APA, red, 27. 1. 2017)

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    foto: apa/georg hochmuth
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