US-Wirtschaft wächst so schwach wie seit Jahren nicht mehr

27. Jänner 2017, 16:32
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US-Wachstum liegt 2016 nur bei 1,6 Prozent – Starker Dollar: Export bremst Wachstum – Deutsche und britische Wirtschaft 2016 stärker im Plus – Daten bieten US-Präsident Trump Angriffsfläche

Washington – Die US-Wirtschaft ist 2016 so schwach gewachsen wie seit fünf Jahren nicht mehr. Vor allem der starke Dollar bremst die Exporteure aus. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) legte nur um 1,6 Prozent zu, wie das Handelsministerium am Freitag mitteilte. Rund um die Wahl von Präsident Donald Trump verlor die Konjunktur jenseits des Atlantiks zum Jahresende weiter an Schwung.

Zum Vergleich: In Deutschland lag das Plus bei 1,9 Prozent, in Großbritannien sogar bei 2,0 Prozent. In den USA legte das BIP von Oktober bis Dezember auf das Jahr hochgerechnet nur um 1,9 Prozent zu, nachdem es im Sommer noch 3,5 Prozent waren. Die amerikanische Industrie erlitt im Dezember zudem überraschende Auftragseinbußen. Die Bestellungen für langlebige Güter – vom Toaster bis zum Flugzeug – sanken zum Vormonat um 0,4 Prozent.

Insbesondere die Exporte bremsten im Schlussquartal das Wachstum. Sie gingen um 4,3 Prozent zurück – das stärkste Minus seit Anfang 2015. Sojabohnen hatten sich nach Missernten in Südamerika im Sommer als US-Exportschlager erwiesen, wurden zum Jahresende hin jedoch nicht mehr so stark nachgefragt.

Ökonom Thomas Gitzel von der Liechtensteiner VP Bank erwartet dass der schwächelnde Außenhandel "Wasser auf die Mühlen" des US-Präsidenten sein wird: "Das könnte Trump erneut Angriffsfläche bieten. Der US-Dollar ist in seinen Augen ohnehin viel zu stark." Trump hatte vor seiner Amtseinführung betont, die Stärke des Greenback gegenüber der chinesischen Währung Yuan "bringt uns um".

Der Republikaner war Anfang November zum US-Präsidenten gewählt worden. Seitdem hat er einen Börsenboom entfacht, der auf der Ankündigung von billionenschweren Konjunkturprogrammen und radikalen Steuersenkungen basiert.

Viele Investoren setzen darauf, dass die Wirtschaft jetzt kurzfristig deutlich anzieht und die Notenbank Federal Reserve die Zinsen schrittweise erhöht. Sie hat den Schlüsselsatz zur Versorgung der Banken zuletzt im Dezember angehoben. Er liegt seither in einer Spanne zwischen 0,5 und 0,75 Prozent. Die Notenbank, die nächste Woche zu ihrer nächsten Sitzung zusammenkommt, hat drei Schritte nach oben für 2017 signalisiert. (APA/Reuters, 27.1.2017)

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