Presserat rügt Bilder von Kriegsopfern in Magazin

27. Jänner 2017, 16:31
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Straßenzeitung "We the People" zeigte Getötete und Verstümmelte aus dem Kongo

Wien – Die Straßenzeitung "We the People" hat mit der Abbildung von Kriegsopfern im Kongo gegen mehrere Punkte des Ehrenkodex für die Österreichische Presse verstoßen, entschied der Senat 3 des Presserats. Auf insgesamt 14 Bildern seien "getötete und verstümmelte Menschen" zu sehen gewesen, manche davon Kinder.

Die Zeitung berief sich darauf, die "Klage der Opfer gegenüber denjenigen, die Gewalt ausüben" transportieren zu wollen. Inhaltlich sei es in den Artikeln vor allem um die Situation eines kongolesischen Asylwerbers und seine Traumata gegangen.

Der Presserat aber "empfindet die Veröffentlichung der Bilder als ethisch nicht vertretbar" und sieht "die Persönlichkeits- und Intimsphäre sowie die Menschenwürde der Abgebildeten postmortal verletzt".

Die Veröffentlichung "könnte allenfalls dazu geeignet sein, die Sensationsinteressen und den Voyeurismus mancher Leser zu befriedigen", hieß es am Freitag in einer Aussendung, "auch wenn der Senat davon überzeugt ist, dass dies gerade nicht die Intention der Redaktion war". Der Schutz der Menschenwürde habe in diesem Fall Vorrang gegenüber der Absicht, "die Öffentlichkeit wach- und aufzurütteln". (APA, 27.1.2017)

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