Bezahlung oder Kontosperre: Nationalbank warnt vor Telefonbetrug

27. Jänner 2017, 18:15
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Unbekannte fälschen Telefonnummer von Bank und Anwalt, um Opfer unter Druck zu setzen

Die Österreichische Nationalbank (OeNB) warnt vor einer neuen Telefonbetrugs-Masche. Unbekannte fälschen die Nummer der OeNB (01/40420) mittels Caller ID-Spoofing und drohen in ihrem Namen mit der Sperre des Kontos, sollte die angerufene Person nicht einen gewissen Geldbetrag überweisen. Ebenfalls kündigt man bei Verweigerung mitunter die Einschaltung eines Anwaltes an, woraufhin ein zweiter Anruf erfolgt – diesmal unter Fälschung der Nummer eines tatsächlichen Anwalts.

Erschwerend kommt hinzu, dass die Kriminellen im Gespräch mit ihren Opfern auch deren echte Kontonummern angeben können, was die Glaubwürdigkeit erhöht. Tatsächlich haben die Täter aber nichts mit der Nationalbank oder dem Juristen zu tun. Man weist auch darauf hin, dass man die Sperrung privater Konten weder selber durchführen, noch in die Wege leiten kann.

Betroffene sollen Behörden informieren

Konkret betroffen von den Vorgängen ist der Wiener Anwalt Johannes Öhlböck, dessen Faxnummer für die Betrugsmasche missbraucht wird. Auch er warnt auf seiner Website vor den betrügerischen Vorgängen. Er berichtet dem WebStandard von bislang fünf Personen, die ihn aufgrund eines solchen Drohanrufes kontaktiert hätten. Bei der OeNB wurden "in den letzten Tagen" zehn Meldungen registriert. Eine Person gab an, den geforderten Betrag von 1.000 Euro bezahlt zu haben.

Unklar ist, wie umfassend dieser Betrug betrieben wird. Wie viele Personen die Anrufer ignoriert haben oder auf die Drohung eingegangen sind, ohne die OeNB oder Öhlböck zu kontaktieren, bleibt offen. Der Jurist und das staatliche Geldinistitut haben umgehend die Behörden informiert. Öhlböck empfiehlt allen Angerufenen, sich an die Polizei zu wenden.

Unklare Herkunft der Kontodaten

Offen bleibt auch, wie die Unbekannten an die realen Kontonummern ihrer Opfer gekommen sind. Hierzu gibt es laut Öhlböck mehrere denkbare Varianten. So werfen viele Leute bei der Erledigung von Überweisungen in den Selbstbedienungsfoyers von Banken die Abschriften einfach in den Mistkübel, wo sie für jeden leicht zugänglich sind.

Ebenfalls könnten die Daten aber auch aus dem Bestand von erfolgreichen Hackangriffen auf Zahlungsdienstleister und Banken stammen bzw. aus dem Bestand einer von dubiosen Verkäufern angebotenen Datenbank stammen. (Georg Pichler, 27.01.2017)

  • Unbekannte versuchen, mit der Androhung einer Kontosperre Geld zu erpressen.
    foto: derstandard.at/pichler

    Unbekannte versuchen, mit der Androhung einer Kontosperre Geld zu erpressen.

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