Trump und Chefstratege Bannon im "Medienkrieg": "Sollen demütig sein"

27. Jänner 2017, 14:12
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"Lassen uns nicht einschüchtern", weisen Medienvertreter Vorwürfe zurück: "Sind nicht die Opposition"

Washington – US-Präsident Donald Trump und sein Chefstratege Stephen Bannon haben die Medien erneut scharf angegriffen. Trump bezeichnete in einem Fox News-Interview einen Großteil der US-Medien als "sehr, sehr unaufrichtig": "Ehrlich, das sind 'fake news'. Das ist nicht echt. Sie erfinden Dinge", erklärte er dem erzkonservativen Fox-News-Journalisten Sean Hannity am Donnerstag (Ortszeit).

"Schämen und demütig sein"

Trump hatte schon nach seinem Amtsantritt von einem Krieg gegen die Medien gesprochen. Sein Strategiechef Bannon attackierte im Hinblick auf die Wahlberichterstattung die renommierte "New York Times" direkt. "Sie verstehen dieses Land nicht. Sie haben immer noch nicht begriffen, warum Trump Präsident ist. Sie sollten sich schämen und demütig sein und den Mund halten und einmal eine Weile lang zuhören."

Die "Elitemedien" seien in Bezug auf den Wahlausgang zu 100 Prozent falsch gelegen. "Deshalb habt Ihr keine Macht", sagte der frühere Chef des stramm konservativen Portals "Breitbart News" in einem Interview der "New York Times". "Ihr wurdet gedemütigt."

"Ihr seid die Opposition"

Gleichzeitig stellte er klar, dass er die Medien als politischen Gegner begreift. "Ihr seid die Opposition", sagte Bannon. "Nicht die Demokratische Partei. Ihr seid die Opposition. Die Medien sind die Oppositionspartei."

US-Medien wiesen Bannons Aussage zurück. "Wir sind nicht die Opposition", stellte der Chefredakteur des Investigativ-Nachrichtenportals ProPublica, Stephen Engelberg, in der "New York Times" klar. "Wir sind Teil der grundlegenden Funktion einer jeden Demokratie." Man sei da, um die Wahrheit zu berichten. "Und wir beabsichtigen, das weiter zu tun, egal, wie sehr jemand versucht, uns dazu zu bringen, 'alternative Fakten' nachzuplappern."

Den Begriff der "alternativen Fakten" hatte Trumps Beraterin Kellyanne Conway eingeführt, nachdem ihr Kollege Sean Spicer in einer seiner ersten Pressekonferenzen mehrfach nachweislich gelogen hatte: Das Weiße Haus habe Fakten, die den Fakten widersprächen, sagte Conway in einem NBC-Interview.

"Lassen uns nicht einschüchtern"

Der Präsident der Korrespondenten-Vereinigung im Weißen Haus, Jett Mason, kündigte an, man werde sich gegen mögliche Beschränkungen der Berichterstattung wehren. "Wir lassen uns nicht einschüchtern", sagte er der "Passauer Neuen Presse" (Freitag-Ausgabe). Zwar seien die Journalisten auch Konkurrenten, sodass Geschlossenheit nicht immer gelinge. "Dennoch kämpfen wir gemeinsam um Zugang zu den Informationen", sagte Mason. "Notfalls müssten wir uns gemeinsame Aktionen wie einen Boykott oder Streik überlegen, dazu wären wir bereit."

Viele US-Medien haben bereits angekündigt, aus ihren Fehlern in der Wahlberichterstattung lernen zu wollen und mehr direkt an Ort und Stelle aus dem ganzen Land zu berichten. Einige Häuser haben auch angekündigt, ihre Berichterstattung über die Regierung zu intensivieren und die Redaktionen in der US-Hauptstadt aufzustocken. (APA, dpa, 27.1.2017)

  • Im "Krieg gegen Medien": Donald Trump und sein Chefstratege Stephen Bannon.
    foto: apa/afp/mandel ngan

    Im "Krieg gegen Medien": Donald Trump und sein Chefstratege Stephen Bannon.

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