Das ungewöhnliche Spitzenspiel: Leipzig gegen Hoffenheim

27. Jänner 2017, 13:59
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Trainer geben sich vor dem Duell gelassen. Leipzig will an den Bayern dranbleiben. Münchner zu Gast bei Lieblingsgegner Bremen

Leipzig – Der Sensations-Aufsteiger gegen die bisher Unbesiegbaren – die deutsche Fußball-Bundesliga wartet am Samstag (15.30 Uhr) mit einem ungewöhnlichen Schlager auf. Der zweitplatzierte Red-Bull-Club RB Leipzig empfängt den Dritten 1899 Hoffenheim. Sollten sie den Hoffenheimern ihre erste Saisonniederlage zufügen, würden die Leipziger auch den Druck auf Spitzenreiter Bayern München aufrechterhalten.

Sieben Siege und zehn Remis hat Hoffenheim unter Trainer-Jungstar Julian Nagelsmann zu Buche stehen. Zumal beide Clubs auf keine große Tradition im Spitzenfußball verweisen können, wird das Duell mitunter argwöhnisch beobachtet. Hier Red-Bull-Milliardär Dietrich Mateschitz, dort SAP-Gründer Dietmar Hopp – beide Vereine sind von der Gunst ihrer Mäzene abhängig.

"Wir sind beides keine alten Vereine, die ewig in der Bundesliga sind", erklärte Leipzig-Trainer Ralph Hasenhüttl. Ansonsten sehe er wenig Gemeinsamkeiten. Der Steirer lebt im Hier und Jetzt. Das Duell heißt Zweiter gegen Dritter. "Ich gehe von einem hochklassigen und sehr engen Spiel aus", sagte Hasenhüttl, der darin auch auf die ÖFB-Teamspieler Marcel Sabitzer und Stefan Ilsanker zählen kann.

"Wurscht"

Die höhnischen Kommentare über den ungewöhnlichen Ligaschlager haben auch im Hoffenheimer Lager bisher nicht viel Wirkung gezeigt. "Ob es El Plastico oder El Gigantisimo heißt, ist mir völlig wurscht", versicherte Nagelsmann. Ebenso wie die Spekulationen, dass er eines Tages als Nachfolger von Carlo Ancelotti Bayern-Trainer werden könnte.

Die Münchner treten mit David Alaba und drei Punkten Vorsprung auf Leipzig zeitgleich bei ihrem Lieblingsgegner Werder Bremen an. In den vergangenen fünf Spielen gegen die Bayern gab es für Bremen bei einem Torverhältnis von 0:22 nichts zu holen. Zum Ligastart im August setzte es ein 0:6. Diesmal werde es ein anderes Spiel, meinte Ancelotti. "Es wird ein schweres Spiel", sagte der Bayern-Trainer.

Bei den Bremern steht Zlatko Junuzovic nach überstandener Wadenverletzung vor einem Comeback. Für den ÖFB-Spielmacher wird es der 150. Einsatz in der deutschen Bundesliga. Landsmann Florian Grillitsch fehlt verletzt, Florian Kainz dürfte auf der Ersatzbank Platz nehmen. Der ehemalige Bayern-Stürmer Claudio Pizarro glaubt an eine Überraschung. "Wir haben auch eine realistische Chance", betonte der Peruaner.

Um den Anschluss an die Europacup-Plätze kämpft Bayer Leverkusen zu Hause gegen Borussia Mönchengladbach. Aleksandar Dragovic fehlt nach seiner zum Jahresauftakt gegen Hertha BSC Berlin (3:1) erlittenen Sehnenverletzung im Oberschenkel. ÖFB-Kapitän Julian Baumgartlinger kam gegen die Berliner von Beginn an zum Einsatz. Der 1. FC Köln von Trainer Peter Stöger hofft bei Schlusslicht Darmstadt auf das Ende einer Sechs-Spiele-Serie ohne Sieg. (APA, 27.1.2017)

  • Ein unerwartet brisantes Duell.
    foto: apa/afp/daniel roland

    Ein unerwartet brisantes Duell.

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