"Apokalypse": Wer Ohren hat, der höre

    31. Jänner 2017, 10:53
    posten

    Von Kurt Steinmann trefflich neu übersetzt, von Christian Brückner gelesen

    Der totale Untergang. Der blanke Horror. Das Biest mit dem lemurenhaften, aus diversen Tieren zusammengestückelten Körper. Die Zahl 666. Der Teufel. Das ist, vor Alien, Clive Barker, Guillermo del Toro und H. R. Giger das Urdokument des Urgrässlichen – die Apokalypse.

    Der als Autor bezeichnete Johannes war nicht identisch mit dem Evangelisten gleichen Namens, sondern ein Prophet, der im ersten Jahrhundert nach Christi Geburt dort Predigten hielt, wo damals das Christentum mit am stärksten verbreitet war, in Kleinasien, heute Türkei. Er selbst dürfte aus Palästina gestammt haben.

    Kurt Steinmann hat die Apokalypse nun trefflich neu übersetzt, wobei anzumerken ist: Die Überlieferung hat die Fermente der Heilsoffenbarung unter dem Infernalischen, den Untergangspanoramen begraben. Christian Brückner liest diesen lebendig gebliebenen Text mit staunenswertem Brio. Generell verschleppt er, dessen angeraut heiseres Timbre exzellent zu dieser furiosen Vision passt, seine Sprachgeschwindigkeit und setzt so subtil unüberhörbare, starke Akzente. (Alexander Kluy, Album, 30.1.2017)

    • "Die Apokalypse – Offenbarung des Johannes". € 22,50 / 107 min. Edition parlando, Berlin 2016
      cover: parlando

      "Die Apokalypse – Offenbarung des Johannes". € 22,50 / 107 min. Edition parlando, Berlin 2016

    Share if you care.