Krisenkolumne: Saubartln, Zumpferln, Körbchengrößen

27. Jänner 2017, 17:00
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Es spießt sich zwischen den Geschlechtern

Die Beziehung zwischen den Geschlechtern ist eine diffizile Materie, auch und gerade für Donald Trump. Seit er im Amt (weniger in Würden) ist, gilt für ihn das Sprichwort "Aller Anfang ist schwer". Denn: Bei seiner Selbstdarstellung als Sexualwesen hat er grobe Fehler gemacht.

Monatelang gab Trump im Wahlkampf so gekonnt den Macho, dass ihm selbst 53 Prozent der weißen US-Wählerinnen die Stimme nicht versagten. Kaum sitzt er im Weißen Haus, da stellt er ein durch und durch kaukasisches, seniles und viriles Kabinett zusammen, wie es dies seit den Zeiten des alten Ronnie Reagan nicht mehr gab. Es schaut für die Öffentlichkeit beinahe so aus, als stiege Trump am liebsten mit weißen alten Männern ins Bett. Very sad!

Imagetechnisch ist diese schweifzentrierte Kabinettsbesetzung ein schwerer Lapsus. Ein Alphatier, das auf sich hält, demonstriert seine Männlichkeit nicht, indem es sich mit Männern umgibt, sondern mit schönen Frauen. Hätte Trump sich nicht an Silvio Berlusconi orientieren können, bei dem niemand unter Körbchengröße D in die Regierung kam? Und der nebenher perfekt den Eindruck vermittelte, als würde er zwischen Brixen und Brindisi alles anspringen, was nicht bei drei auf den Olivenbäumen ist? Unvergessener mediterraner Männerbrauch des Bunga Bunga!

Schwierigkeiten mit den Geschlechtern gibt es aber nicht nur bei Trump, sondern auch bei den Feministinnen. Und wie! Im Zentrum des anhaltenden Zickenkriegs zwischen den jungen "Netzfeministinnen" um Frau Wizorek und den Traditionsfeministinnen um Frau Schwarzer steht die Frage, ob sich bei den Silvesterexzessen in Köln, Innsbruck und anderswo ein speziell arabisch-nordafrikanisches männliches Saubartltum ausgetobt hat. Nie und nimmer, sagt Frau Wizorek, sehr wohl, sagt Frau Schwarzer.

Verglichen mit diesem Match ist der berüchtigte Zumpferlvergleich unter uns Gockeln ("Wer hat das längste?") ein Kindergeburtstag. Tipp des Krisenkolumnisten für alle Damen: Nicht nur auf das Trennende schauen, sondern öfter auch auf das, was allen Frauen gemeinsam ist – der Penisneid zum Beispiel. Es ist zwar nicht angenehm, sich eingestehen zu müssen, dass halt nur unsereins einen schönen Ziesemann besitzt. Aber man könnte auch als Frau etwas Gutes daraus machen. (Christoph Winder, 28.1.2017)

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