Swatch hegt ehrgeizige Pläne mit E-Autobatterie

27. Jänner 2017, 11:36
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Ein Test mit der neuen Batterie starten bereits im März in China, die Leistung soll um 30 Prozent über jener der bisherigen Technologien liegen

Biel – Swatch-Chef Nick Hayek verfolgt ehrgeizige Pläne mit der neuen Autobatterie für Elektrofahrzeuge. Bis 2020 könnte der Konzern mit der neuen Technologie einen Umsatz von 10 bis 15 Mrd. Franken (9,4 bis 14 Mrd. Euro) erzielen, glaubt er. Das wäre fast doppelt so viel wie heute.

Ein Sprecher von Swatch bestätigte am Freitag die Hayeks Äußerungen im Wirtschaftsmagazin "Bilanz". Die Tests mit der neuen von der Swatch-Tochter Belenos gefertigten Batterie starten demnach bereits im März in China. Bis zur Zertifizierung durch die chinesischen Behörden dürfte es aber noch zwei bis drei Jahre dauern.

Die Batterie verspricht im Vergleich zu bisherigen Technologien 30 Prozent mehr Leistung. Laut Hayek würde sich die Reichweite eines Tesla S damit theoretisch von 530 auf 780 Kilometer erweitern. Hauptbestandteil ist Vandadium Peroxid – von Belenos nach einer streng gehüteten Rezeptur weiterverarbeitet.

Doppelte Lebensdauer

Die Ladegeschwindigkeit und Lebensdauer soll sich gegenüber einer herkömmlichen Batterie verdoppeln. Zudem stehe die Energie schneller zur Verfügung, was ein schnelleres Beschleunigen ermöglicht. Und sicherer sei die Vanadium-Batterie, die in Zusammenarbeit mit der ETH Zürich entwickelt wurde, noch dazu, schwärmt Hayek.

Die Erwartungen der Swatch-Gruppe, die in zehn Jahren zwischen 25 und 30 Mio. Franken in die Technologie investiert hat, sind hoch. Unter der Annahme, dass 2020 weltweit 75 Millionen Autos und 10 Millionen Nutzfahrzeuge produziert werden – und davon 20 Prozent elektrisch fahren – sei der potenzielle Markt 17 Millionen Fahrzeuge groß, rechnet Hayek vor. Mit einem Marktanteil von 15 Prozent würden jährlich etwa 2,5 Millionen Fahrzeuge mit der Belenos-Batterie ausgestattet.

Der ehrgeizige Plan sieht vor, inklusive dem Verkauf der Technologie an andere Hersteller, bereits 2020 einen Umsatz zwischen 10 und 15 Mrd. Franken zu erreichen. Im vergangenen Jahr unterzeichnete Swatch mit dem chinesischen Auto- und Motorradhersteller Geely bereits eine Absichtserklärung zur Nutzung der Belenos-Batterie.

Während sich Belenos auf größere Batterien für Autos, Drohnen und E-Bikes konzentriert, setzt Renata, die zweite Batterie-Tochter von Swatch, auf kleinformatige Energiespeicher. Dazu gehören zum einen sogenannte Knopfzellenbatterien. Zum anderen stellt die Firma auch extrem dünne und biegsame Batterien, sogenannte Thin-Film-Cells, her. Das Unternehmen profitiert dabei auch vom Know-how von Belenos. (APA, 27.1.2017)

  • Die Batterie, die Swatch in Zusammenarbeit mit der ETH Zürich entwickelt hat, hat laut Swatch-Chef Hayek zahlreiche Vorzüge: Die Ladegeschwindigkeit und Lebensdauer soll sich gegenüber einer herkömmlichen Batterie verdoppeln. Energie stehe schneller zur Verfügung, was ein schnelleres Beschleunigen ermögliche.
    foto: apa/dpa/roland weihrauch

    Die Batterie, die Swatch in Zusammenarbeit mit der ETH Zürich entwickelt hat, hat laut Swatch-Chef Hayek zahlreiche Vorzüge: Die Ladegeschwindigkeit und Lebensdauer soll sich gegenüber einer herkömmlichen Batterie verdoppeln. Energie stehe schneller zur Verfügung, was ein schnelleres Beschleunigen ermögliche.

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