Acht Schritte in den Business-Smalltalk

Gastkommentar30. Jänner 2017, 10:59
21 Postings

Scheue haben's schwerer – meistens. Smalltalk gehört jedoch in den meisten Berufen zum Broterwerb

Kaum ein Tag vergeht, an dem man nicht auf mindestens eine Veranstaltung gehen könnte – sei es die Fachkonferenz während des Tages oder die Podiumsdiskussion, der Salon bzw. die Vernissage des Abends. Dieser Zusatzaufwand zum eigentlichen Broterwerb will aber professionell genutzt werden, sonst ist es schade um Ihre Zeit.

1. Gehen Sie nie ohne Ziel hin. Idealerweise interessiert Sie ja sowieso das Programm und/oder die Location, im Mindesten aber sollten Sie gezielt mit jemandem Bestimmten ins Gespräch kommen oder sichtbar für potenzielle Arbeitgeber oder Klienten sein wollen. Gehen Sie also immer mit einem klaren Vorsatz auf eine Veranstaltung. Sonst bleiben Sie lieber daheim oder treffen Sie Menschen, die Sie mögen.

2. Recherchieren Sie. Checken Sie daher im Vorfeld, wen Sie ansprechen wollen – ad personam oder als Vertreter Ihrer Zielgruppe. Mehr als drei Personen bei einem einzigen Event auf der Liste zu haben ist allerdings nicht empfehlenswert. Zum einen sollten Sie ja jedenfalls 15 Minuten mit jeder/m in Kontakt sein, und zum anderen nützt es ja nichts, Visitenkarten um des Sammelns willen zu sammeln, wenn Sie diese neuen Kontakte dann aus Zeitmangel gar nicht "abarbeiten" können.

3. Bereiten Sie den Boden auf. Es ist ein Unterschied, ob Sie jemanden gezielt mit einem Vorschlag konfrontieren oder sich allgemein bekannt machen wollen. Denn eines ist klar: Konkrete Geschäfte oder Bewerbungen bespricht man sowieso nicht inmitten vieler (fremder) Menschen – nur rein zufällig kann sich auf beiden Seiten ein akutes Interesse an einem sofortigen tieferen Gespräch ergeben. Rechnen Sie nicht damit. Es gilt, auf Events den Boden aufzubereiten für einen Kontakt zu einem späteren Zeitpunkt.

4. Reden Sie Klartext. Haben Sie Ihre "Zielperson" identifiziert, achten Sie auf einen guten Moment und fragen Sie, nachdem Sie sich vorgestellt haben, möglichst konzis und klar, ob er/sie und/oder ein Mitarbeiter / eine Mitarbeiterin demnächst Zeit und Interesse für ein Meeting zum Thema x, y, z hat. Fallen Sie mit der Tür ins Haus, ohne lang rumzureden: Sie haben eine halbe Minute Zeit. Das können Sie gut trainieren.

5. Interessieren Sie sich. Sind Sie mit Leuten ins Gespräch gekommen, die für Sie interessant sein könnten, dann stellen Sie Fragen und halten bitte Blickkontakt. Nicht während des Gesprächs schon über die Schulter auschecken, wer sonst noch Interessanter im Raum sein könnte – das mag niemand! Zeigen Sie Interesse an der Tätigkeit, dem beruflichen Hintergrund, den aktuellen Herausforderungen, mit denen sich Ihr Gesprächspartner gerade plagt. Lassen Sie reden. Sie sollten nach 15 Minuten eine gute Ahnung haben, mit wem Sie es zu tun haben, und Ihr Gesprächspartner von Ihnen detto.

6. Kommunizieren Sie gezielt. Achten Sie daher auf eine gute Mischung zwischen Zuhören und Selbst-am-Wort-Sein. Überlegen Sie sich, was sich andere nach derartigen 15 Minuten von Ihnen merken sollen: womit Sie sich gerade beschäftigen? Was Ihre Spezialität ist? Womit Sie mit Ihrer Expertise von Nutzen sind? Was ist Ihre Verbindung zu dieser Veranstaltung?

Was sind für Sie die größten Herausforderungen in Ihrer Branche im neuen Jahr? Und was wollen Sie privat von sich preisgeben?

7. Zeigen Sie auf. Dabei können Sie schon während des laufenden Programms bei diesem Event etwas für Ihren Bekanntheitsgrad tun: Zeigen Sie auf, melden Sie sich, wenn es die Möglichkeit gibt, nach Statements oder Podiumsdiskussionen Fragen zu stellen. Stehen Sie am besten dazu auf und stellen Sie sich gleich vor – Sie brauchen nicht notwendigerweise auf der Bühne zu stehen, um anschließend von anderen Besuchern und Besucherinnen angesprochen zu werden.

8. Fassen Sie nach. Und das alles ist letztlich unergiebig, wenn Sie nicht maximal eine Woche nach dem Austausch von Visitenkarten in Aktion treten. Eine Verbindung über die Social Media herzustellen ist eine Sache, E-Mails, in denen Sie sich für das nette Gespräch bedanken und ein Meeting oder Treffen zwecks Vertiefung möglicher gemeinsamer Interessen vorschlagen, sind hier besonders effektiv. (Regina Jankowitsch, 28.1.2017)

Regina Jankowitsch ist Executive Coach und Kommunikationstrainerin in Wien

  • Der gute Rat: Checken Sie daher im Vorfeld, wen Sie ansprechen wollen.
    foto: istock

    Der gute Rat: Checken Sie daher im Vorfeld, wen Sie ansprechen wollen.

  • Regina Jankowitsch: "Business-Smalltalk muss immer und ausschließlich dazu führen, dass sich die von Ihnen nach der Veranstaltung kontaktierten Menschen grundsätzlich freuen, wieder von Ihnen zu hören."

    Regina Jankowitsch: "Business-Smalltalk muss immer und ausschließlich dazu führen, dass sich die von Ihnen nach der Veranstaltung kontaktierten Menschen grundsätzlich freuen, wieder von Ihnen zu hören."

Share if you care.