Stronachs Pegasus World Cup galoppiert Dubai den Rang ab

27. Jänner 2017, 14:25
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Das höchstdotierte Pferderennen finanziert sich selbst

Miami/Wien – Vor einem Jahr hatte Frank Stronach (84) eine Vision. Dem austrokanadischen Milliardär im Unruhestand schwebte vor, das wertvollste Galopprennen der Welt in den USA zu veranstalten und damit dem mit zehn Millionen Dollar dotierten Dubai World Cup den Rang abzulaufen. Gleich um zwölf Millionen sollte es im Pegasus World Cup auf Stronachs Galopprennbahn Gulfstream Park bei Miami in Florida gehen.

Weil sich solch eine Summe selbst im exklusivsten Turf nicht ohne weiteres aufstellen lässt, bot Stronach die Startplätze kurzerhand zum Kauf an. Zwölf Rennstallbesitzer zahlten binnen einer Woche je eine Million, das Rennen ist perfekt und geht am Sonntag über die Sandbahn. Das siegreiche Ross macht im Galopp über 1800 Meter sieben Millionen, die Platzgelder sind ebenfalls fett, der Letzte bekommt noch 25 Prozent des Einsatzes zurück.

Win-win

Für die Rennbahn und also Stronach (Win-win!) bleiben die Erträge aus dem Wettgeschäft, das weit über die Staaten hinaus reicht, die Medienrechte und der Ticketerlös. Die Karten kosten zwischen 100 und 765 Dollar, in der teuersten Kategorie geht sich ein Buffet aus. Die Sponsorengelder sollen zum Teil auch den Anteilshaltern zugutekommen.

Von den zwölf Pferden am Start sollten, den bisherigen Leistungen nach zu urteilen, nur zwei eine echte Siegeschance haben: der sechsjährige California Chrome und der vierjährige Arrogate. Für CC hatten seine Besitzer bei erster Gelegenheit im Mai einen Startplatz gesichert. Nach dem Pegasus World Cup, seinem letzten Rennen, braucht der Galopper des Jahres 2016 auf der berühmten Taylor Made Farm seine Anlagen nur noch weiterzuvererben. Arrogates Besitzer, die Juddmont Farm von Scheich Khaled Abdullah, konnte erst Monate später vom irischen Coolmore-Syndikat den Platz im Rennen erwerben.

Lernen und Schwierigkeit

Die beiden Pferde hatten sich schon im Breeder's Cup Classic Anfang November des Vorjahres duelliert, wobei Arrogate den stets führenden CC kurz vor dem Ziel abfing. Einen erheblichen Anteil an der Niederlage von CC wurde damals dem überambitionierten Ritt seines Jockeys Victor Espinoza zugeschrieben. Der Mexikaner will gelernt haben: "Diesmal werde ich den Fehler sicher nicht wiederholen."

Allerdings ist eine andere Schwierigkeit aufgetaucht. California Chrome wurde die Startnummer zwölf zugelost, während Arrogate aus der ersten Startbox geht. Im Gulfstream Park beschreibt die Bahn kurz nach dem Start einen Bogen – für den Starter aus Box zwölf ein Nachteil, der in den vergangenen 18 Rennen erst einen Erfolg zuließ. Arrogate muss unter Jockey Mike Smith wiederum schnell starten, um nicht auf der Innenbahn eingekesselt zu werden.

Die Wetten stehen bei 6:5 für CC und 7:5 für Arrogate, der allerdings von internationalen Experten, die am Dienstag in London tagten, mit der höchsten Marke von 134 Pfund bewertet wurde – ein Pfund höher als CC. (Nikolaus Dolenz, 27.1.2017)

  • 5. November 2016: Mike Smith führt Arrogate (li.) im Endspurt des Breeder's Cup Classic in Arcadia am bis dahin führenden California Chrome unter Victor Espinoza vorbei. Für Samstag ist Revanche angesagt.
    foto: apa/afp/getty images/harry how

    5. November 2016: Mike Smith führt Arrogate (li.) im Endspurt des Breeder's Cup Classic in Arcadia am bis dahin führenden California Chrome unter Victor Espinoza vorbei. Für Samstag ist Revanche angesagt.

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