Indonesien: Umstrittenes Café mit Nazi-Symbolen geschlossen

26. Jänner 2017, 16:17
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Betreiber sucht jedoch nach neuem Standort

Bandung – Ein mit Nazi-Symbolen dekoriertes umstrittenes Cafe in Indonesien ist wegen zu niedriger Besucherzahlen geschlossen worden. Das "SoldatenKaffee" in der Stadt Bandung habe dicht gemacht, werde aber an einem attraktiveren Ort neu eröffnet, sagte der Anwalt des Betreibers Henry Mulyana, Rohman Hidayat, am Donnerstag.

An den Wänden des Cafes waren unter anderem ein Porträt von Adolf Hitler sowie drei riesige Reichsadler mit Hakenkreuzen gehangen. Als vor einigen Jahren bekannt geworden war, dass es in Bandung ein solches Cafe gibt, hatte dies weltweit Empörung ausgelöst.

Mulyana erhielt Morddrohungen und schloss das "SoldatenKaffee" daher im Jahr 2013. Ein Jahr später wurde es wiedereröffnet. Allerdings lockte das Lokal offenbar nicht genügend zahlende Gäste an.

Schlechtes Bildungssystem

Mulyanas Anwalt sagte, das mangelnde Interesse sei nicht auf die Nazi-Symbole zurückzuführen. Vielmehr sei der bisherige Standort des Cafes außerhalb des Stadtzentrums "nicht sehr strategisch" gewesen. Mulyana suche derzeit nach einem besseren Standort im Zentrum von Bandung.

Hidayat hob hervor, dass die Nazi-Symbole nicht verboten seien. Sie zu zeigen, sei keine Verherrlichung des Nationalsozialismus. "Es ist nicht, weil wir Hitler lieben, wir lieben nur Dinge mit Bezug zum Zweiten Weltkrieg", sagte der Anwalt.

Historiker machen ein schlechtes Bildungssystem dafür verantwortlich, dass es in Indonesien an Bewusstsein für die Judenvernichtung durch die Nationalsozialisten fehlt. Indonesien ist das bevölkerungsreichste muslimische Land der Welt und hat nur eine sehr kleine jüdische Minderheit. (APA, AFP, 26.1.2017)

  • Als vor einigen Jahren bekannt geworden war, dass es in Bandung ein solches Cafe gibt, hatte dies weltweit Empörung ausgelöst.
    foto: apa/afp/timur matahari

    Als vor einigen Jahren bekannt geworden war, dass es in Bandung ein solches Cafe gibt, hatte dies weltweit Empörung ausgelöst.

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    foto: apa/afp/timur matahari
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