ÖBB auf Mitarbeitersuche – "Wir stellen ein"

26. Jänner 2017, 15:34
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Die ÖBB suche in allen Berufsgruppen neue Leute, sagt ÖBB-Chef Andreas Matthä und stellt ein "sehr gutes Ergebnis" 2016 in Aussicht

Wien – Die Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) suchen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. In den nächsten fünf bis sechs Jahren werden 10.000 Mitarbeiter das Unternehmen verlassen, teils weil sie in Pension gehen oder aus sonstiger Fluktuation. Daher werden in der gesamten Palette der Berufsgruppen neue Leute gesucht, sagte ÖBB-Chef Andreas Matthä am Donnerstag.

Laufend würden Lokführer, Programmierer und IT-Fachleute, Techniker, Fahrdienstleiter, Bürokräfte etc. ausgebildet. Insbesondere bei den Lokführern gebe es in ganz Europa derzeit einen Engpass. Für die Staatsbahn bedeute dies eine große Herausforderung, aber auch "eine Riesen-Chance", sagte der Bahn-Boss. Die Staatsbahn-Mitarbeiter seien "normale Angestellte", da müsse sich der Arbeitgeber bemühen, sie im Unternehmen zu halten.

40.000 Beschäftigte

Derzeit sind rund 40.000 Menschen bei den ÖBB beschäftigt, inklusive der Belegschaft der ungarischen Güterbahn. Wegen Rationalisierung und Automatisierung sinke die Zahl der Beschäftigten laufend. Die aktuelle Kältewelle führe übrigens zu mehr Störungen wegen eingefrorener Weichen, Türvereisungen und Problemen auf den Strecken. Ob sich dies – außer auf die Nerven von Beschäftigten und Passagieren – auch wirtschaftlich auswirken werde, sei noch ungewiss.

Kontinuität gibt es bei der Zugverpflegung: Beim Caterer DO&CO ("Henry am Zug") wurde ja – wie berichtet – von der Bahn die Option zur Verlängerung des Catering-Betriebs gezogen. Derzeit werde zwischen der Gewerkschaft und Wirtschaftskammer ein Kollektivvertrag für mobile Reisendenbetreuung verhandelt, der dann Basis für die geplante Ausschreibung des Caterings sein werde, erläuterte Matthä. Bis Sommer 2018 werde jedenfalls die Bahn-Gastronomie von DO&CO bedient – "wie vertraglich vereinbart".

Gutes Ergebnis

Die Österreichischen Bundesbahnen haben im Vorjahr ein "sehr gutes Ergebnis" erzielt, auch der Güterverkehr sei "deutlich positiv", sagte ÖBB-Chef Andreas Matthä am Donnerstag im Klub der Wirtschaftspublizisten. Vor der Bilanzpressekonferenz könne er aber keine konkreten Ergebniszahlen nennen. Matthä, seit Mitte 2016 an der Spitze der ÖBB, verteidigte die Milliardeninvestitionen der Bahn.

Im Personenverkehr erziele die Staatsbahn 2016 einen neuen Fahrgastrekord, mit 4 Millionen mehr Fahrgästen als im Jahr 2015. Der Zuwachs sei sowohl im Nah- als auch im Fernverkehr erfolgt, freut sich Matthä, über eine "Abstimmung mit den Füßen". In der Infrastruktur habe man die Projekte pünktlich und im Budget abgewickelt. In ganz Österreich gebe es jetzt um die Ballungszentren Schnellbahnsysteme, weil auch die Ballungszentren um die Landeshauptstädte wachsen und immer mehr Pendler den öffentlichen Verkehr nutzen.

Im Güterverkehr seien 2016 zwar die transportierten Mengen (Tonnenleistung) gestiegen, aber nicht der Umsatz. "Die Goldenen Zeiten im Güterverkehr sind vorbei. Wir stehen unter einem hohen Margendruck, dem wir mit Ausweitung unseres Geschäfts begegnen müssen", sagte Matthä. Die ÖBB bieten jedoch mit ihrem Tochterunternehmen, der ungarischen Güterbahn, ein "Drehkreuz Österreich-Ungarn" an und bauen die Transporte weiter aus.

Die Internationalisierung im Bahnverkehr werde weiterbetrieben. Für eine Kundenfirma in Oberösterreich fahre man bis nach China. Zwar stehe der Schienengüterverkehr in ganz Europa unter Druck, weil die Grundstoffindustrie abgebaut und Kohlekraftwerke zugesperrt werden, aber dafür steige durch die hohe Arbeitsteiligkeit der Wirtschaft der Containerverkehr sehr stark. Die Bahn sei wichtiger Partner der österreichischen Volkswirtschaft, insbesondere für die Bahnindustrie. (APA, 26.1.2017)

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