US-Umweltbehörde muss Seiten zum Klimawandel nicht löschen

26. Jänner 2017, 15:34
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Vorerst – Trump-Regierung versucht zu beruhigen, Forscher sollen starken Widerstand geleistet haben

Ein Bericht zu einer Anordnung der Trump-Regierung an die US-Umweltschutzbehörde EPA sorgte kürzlich für Aufregung. Zwei Mitarbeiter der Organisation hatten berichtet, dass das Informationsangebot zum Thema Klimawandel entfernt werden solle. Zumindest vorerst hat die neue Administration nun offenbar von diesem Plan Abstand genommen, schreibt die Washington Post.

Es würden alle redaktionellen Inhalte der EPA-Website derzeit überprüft, erklärte der für den Teamwechsel bei der Behörde zuständige Sprecher Doug Ericksen in einem Interview. Etwaige Änderungen seien zu diskutieren, man habe es aber nicht speziell auf eine Löschung der Klimawandel-Daten abgesehen.

Forscher forderten schriftliche Anordnung

Dem Rückzieher soll ein deutlicher Protest durch Wissenschaftler in der EPA vorausgegangen sein. Um die Entfernung wenigstens zu Verzögern und eine Rettung der Daten zu erleichtern, soll das Management die Entscheidung beeinsprucht und eine schriftliche Fassung verlangt haben. Dazu sorgte die Bekanntwerdung des Vorhabens für einige öffentliche Aufregung.

Das Portal zu Klimathemen auf der EPA-Website ist sehr umfassend. Entstanden ist es bereits unter der Amtszeit von Bill Clinton und wurde über die Jahre immer weiter ausgebaut. Die EPA betreibt und finanziert auch Forschungen in diesem Bereich. Neben eigenen Ergebnissen liefert man auch Daten zahlreicher Partner.

"Maulkorb" bleibt aufrecht

Ihren strengen Umgang mit der Kommunikation dieser und anderer Behörden will die Trump-Administration allerdings beibehalten. Wenigstens temporär müssen Wissenschaftler ihre Ergebnisse absegnen lassen, ehe diese veröffentlicht werden können. Es gehe darum, "dass die Stimme der EPA die neue Regierung reflektiert", so Ericksen weiter.

Dies verstößt möglicherweise gegen die Richtlinien zu wissenschaftlicher Integrität, welche sich die EPA selbst auferlegt hat. Diese halten fest, dass Forscher ihre Arbeit "akkurat, ehrlich, objektiv, gründlich und ohne politischem oder anderem Einfluss" durchzuführen haben und das Recht haben "ihre persönlichen Ansichten frei auszudrücken", solange sie dies nicht im Namen der Behörde täten.

Twitter-Rebellion

Die rigiden Kommunikationseinschränkungen durch die Regierung wird bei den Behörden mitunter als Maulkorb aufgefasst. Als Reaktion gibt es mittlerweile eine Reihe von inoffiziellen Twitteraccounts, die auch dann neue Fakten zu Klimawandel und Co. publizieren sollen, wenn es den offiziellen Stellen nicht mehr möglich sein sollte. (gpi, 26.01.2017)

  • Zumindest vorerst konnten die EPA-Mitarbeiter offenbar einen Zensurversuch durch die Trump-Regierung abwehren.
    foto: screenshot

    Zumindest vorerst konnten die EPA-Mitarbeiter offenbar einen Zensurversuch durch die Trump-Regierung abwehren.

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