Abtreibungsgegner planen Demonstration in Washington

26. Jänner 2017, 15:24
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"Marsch für das Leben" eine Woche nach Trumps Amtsantritt

Washington – Genau eine Woche nach dem Amtsantritt des neuen US-Präsidenten Donald Trump planen Abtreibungsgegnerinnen am Freitag eine Großdemonstration in Washington. Der alljährliche "Marsch für das Leben" findet diesmal sechs Tage nach Trump-kritischen Protesten in zahlreichen US-Städten und der ganzen Welt statt, bei denen die Teilnehmerinnen auch für Frauenrechte und das Recht auf Abtreibung demonstriert hatten.

Mit Trump setzen die Abtreibungsgegnerinnen nun auf einen Verbündeten im Weißen Haus. "Viele Leute erwarten, dass es der größte Marsch für das Leben aller Zeiten wird", sagte Chris Gast von der Antiabtreibungskampagne Right to Life in Michigan. Kurz nach seinem Amtsantritt hatte Trump per Dekret staatliche Finanzhilfen für internationale Organisationen untersagt, die über das Thema Abtreibung beraten oder Schwangerschaftsabbrüche anbieten.

Supreme Court

Ausländische Organisationen dürfen damit keine Entwicklungshilfe mehr aus den USA erhalten, wenn sie Abtreibungen in ihren Beratungen auch nur erwähnen. Am kommenden Donnerstag will der neue US-Präsident zudem einen neuen Richter beim Obersten Gerichtshof vorschlagen. Beobachter erwarten, dass er einen Abtreibungsgegner nominiert.

Abtreibungsgegnerinnen hoffen, dass während Trumps Amtszeit noch ein zweiter Richterposten am Supreme Court frei wird und Trump dann einen weiteren Konservativen ernennt – und der Oberste Gerichtshof das bahnbrechende Urteil von 1973 kippt, mit dem Abtreibungen in den USA legalisiert wurden.

Protestmarsch an der National Mall

Der "Marsch für das Leben" findet am selben Ort statt wie der Trump-kritische Frauen-Protestmarsch am vergangenen Samstag – an der National Mall im Herzen der US-Hauptstadt. Zu den angekündigten Rednerinnen gehören drei republikanische Kongressabgeordnete und Trumps enge Beraterin Kellyanne Conway, Katholikin und Mutter von vier Kindern.

Zahlreiche Mitglieder von Trumps Regierung sind Abtreibungsgegner, darunter Vizepräsident Mike Pence, der designierte Justizminister Jeff Sessions und der künftige Gesundheitsminister Tom Price. (APA, 26.1.2017)

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