Philipp Gehmacher: Tanz der Dinge und ihrer Kanten

26. Jänner 2017, 14:40
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Der renommierte Wiener Choreograf und Künstler präsentiert seinen Hybrid aus Performance und Ausstellung am Freitag und Samstag im Tanzquartier Wien

Wenn sich Umbrüche ereignen, kommt die Kritik an Gewissheiten nicht in vereinzelten Äußerungen daher, sondern breit gestreut als Veränderung von Verhaltensweisen. Im besten Fall scheint dann alles fein zu fließen, im Normalfall aber rauscht ein Umbruch als kulturelles Chaos daher.

Eine solche Dynamik mischt gerade unsere Gegenwart auf – das spürt der renommierte Wiener Choreograf und Künstler Philipp Gehmacher am eigenen Leib. Und er reagiert mit dem Projekt Die Dinge der Welt, einem Hybrid aus Performance und Ausstellung, das am Freitag und Samstag im Tanzquartier Wien zu sehen ist.

Der Übergang vom analogen ins digitale Zeitalter ab den 1960er- und 1970er-Jahren war wie ein breiter Fluss, der im "Ende der Geschichte" (Francis Fukuyama) hätte münden können. Doch dann haben die Dinge der Weltgestaltung begonnen, sich mit den kulturellen Gegebenheiten ihrer Nutzer zu spießen. So sehr, dass jetzt selbst das Ding-an-sich geknickt wirkt. Deswegen geht es in Gehmachers Arbeit auch um das Kantige zwischen dem Objekt und seinem "An sich".

Beim Steirischen Herbst im Grazer Haus der Architektur haben sich Die Dinge der Welt des Philipp Gehmacher bereits im vergangenen Herbst vorgestellt. Da haben sie mit ihm, ihrem Choreografen, gespielt und dabei Witz, aber auch Zurückhaltung bewiesen. Auch jetzt in der Halle G des Tanzquartiers geht das nicht ohne die Musik von Gérald Kurdian. Hinweis: Die Dinge brauchen erstens Zeit und zweitens Aufmerksamkeit. (ploe, 26.1.2017)

Tanzquartier Wien, am 27. und 28.1. ab 17.00

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