Skifahren trotz künstlichem Gelenk oft gut möglich

    26. Jänner 2017, 11:34
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    Speisinger Orthopäden begleiteten Patienten auch nach der OP weiter und veranstalteten ein Skitraining

    Wien – Sportliche Aktivitäten trotz künstlicher Gelenke sind heutzutage häufig ohne Probleme möglich. Wer ein künstliches Hüft- oder Kniegelenk in sich trägt, kann beispielsweise durchaus wieder Ski fahren. Darauf wiesen Sportorthopäden am Rande einer Veranstaltung vergangenes Wochenende in Schladming hin.

    Rund ein Dutzend ehemalige Patienten des Orthopädischen Spitals Speising, die allesamt Hüft- oder Knie-Endoprothesen eingesetzt bekommen hatten, waren mit den Orthopäden Christian Wurnig, Michael Enenkel und Christoph Müller auf der Planai Ski fahren. Mit dabei: die österreichische Skilegende Reinhard Tritscher, der als Trainer fungierte.

    "Uns ist wichtig, den Menschen zu zeigen, dass man mit einem Gelenksersatz keine Angst vor dem Sport, wie etwa dem Skifahren, haben muss", erklärte Christian Wurnig, der Leiter der Sportorthopädie in Speising, der bereits zum zweiten Mal zu dieser Art Veranstaltung einlud. Der Grund, warum viele Menschen mit künstlichen Gelenken dennoch skeptisch sind, wenn es um Sport auf der Piste geht, "liegt eher im Kopf, nicht in der Hüfte oder im Knie verborgen", so Wurnig.

    Teil der Nachsorge

    Hüft- und Knieprothesen seien heute aufgrund ihres Materials und der modernen Operationstechniken derart stabil und zuverlässig, dass sie die Ausübung vieler Sportarten ermöglichen, betonten die Experten. Beim Hüftgelenksersatz sind es vor allem minimal invasive, muskelschonende Eingriffe, sowie beständiges Material (meist aus Keramik oder Polyethylen), die eine hohe Haltbarkeit versprechen – beim Knie neben dem Material auch die exakte computerunterstützte Planung des individualisierten Kniegelenks, so die Mediziner.

    Für das Orthopädische Spital Speising ist das Skitraining mit den Ex-Patienten nur ein Beispiel der aktiven Nachsorge: "Wir wollen die Patienten auch nach ihrer Behandlung im Auge behalten und ihren Alltag erleichtern", meinte Sportorthopäde Wurnig. (APA, 26.1.2017)

    • Schifahren mit künstlichem Gelenk: "Das Problem liegt oft im Kopf, nicht in der Hüfte", sagt Orthopäde Christian Wurnig.
      foto: apa/dpa/karl-josef hildenbrand

      Schifahren mit künstlichem Gelenk: "Das Problem liegt oft im Kopf, nicht in der Hüfte", sagt Orthopäde Christian Wurnig.

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