Mega-Seilbahnprojekt: Krise in Venezuela zwingt Doppelmayr zu Pause

26. Jänner 2017, 10:53
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Die Finanz- und Wirtschaftskrise trifft auch den Vorarlberger Seilbahnbauer. Ein Großprojekt befindet sich nun in der Schwebe

Wolfurt/Caracas – Die Finanz- und Wirtschaftskrise in Venezuela trifft auch den Vorarlberger Seilbahn-Weltmarktführer Doppelmayr. Der Seilbahnbauer wird ein Großprojekt in der Hauptstadt Caracas vorerst nicht fertigstellen. "Es sind auch noch Forderungen offen", hieß es seitens des Unternehmens auf Anfrage. Angaben zur Höhe der Ausstände gab es nicht.

Als Land mit der höchsten Inflation der Welt hat Venezuela kaum noch Devisen, daher wird oft nur noch gegen Vorkasse geliefert – so auch bei Doppelmayr. Bei dem auf "on hold" gestellten Projekt geht es um eine rund einen Kilometer lange Anlage in Caracas mit zwei Stationen. Der Stopp könnte zwischen einem Jahr und 18 Monaten dauern. Doppelmayr habe aber erst kürzlich eine neue Firma in Venezuela gegründet, um zumindest die Versorgung bereits bestehender Seilbahnen in Caracas und Merida mit Ersatzteilen sicherzustellen, sagte ein Unternehmenssprecher.

Doppelmayr baut seit mehreren Jahren mit großem Erfolg Stadtseilbahnen in Südamerika. Als Vorzeigeprojekt gilt die Anlage in La Paz (Bolivien), wo bis 2018 das weltweit größte urbane Seilbahnnetz mit neun Bahnen und einer Streckenlänge von 30 Kilometern entsteht. Fertiggestellt wurden in Laz Paz bisher drei Seilbahnen mit einer Länge von elf Kilometern. Seit 2014 wurden damit bereits 66 Millionen Menschen transportiert.

Trotz der steigenden Bedeutung der Stadtseilbahnen bleibt der Wintertourismus das Hauptgeschäft des Vorarlberger Seilbahnherstellers. Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2015/16 betrug der Umsatz 834 Mio. Euro, davon stammten 80 Prozent aus dem Wintergeschäft. Insgesamt 82 von insgesamt 103 Seilbahn-Projekten wurden in diesem Bereich realisiert. (APA, 26.1.2017)

  • Doppelmayr hat in Lateinamerika zahlreiche Politiker davon überzeugt, dass Städteseilbahnen eine gute Sache sind.
    foto: reuters/mercado

    Doppelmayr hat in Lateinamerika zahlreiche Politiker davon überzeugt, dass Städteseilbahnen eine gute Sache sind.

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