Alle noch Vermissten nach Lawine in Italien tot geborgen

    26. Jänner 2017, 06:26
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    29 Leichen aus verschüttetem Hotel in den Abruzzen geborgen, elf Menschen überlebten das Unglück

    Rom – Nach dem Lawinenunglück in Italien haben die Katastrophenhelfer alle noch Vermissten tot aus den Trümmern des Hotels Rigopiano in den Abruzzen geborgen. 29 Leichen wurden insgesamt geborgen, teilte die Feuerwehr in der Nacht auf Donnerstag mit.

    Elf Menschen überlebten das Unglück: Zwei Personen hatten sich im Freien aufgehalten, als die Lawine am Mittwoch vergangener Woche über dem Hotel niederging. Neun Menschen, darunter vier Kinder, wurden aus den Trümmern befreit. Am Mittwoch waren nach einer Woche gefährlicher und komplizierter Bergungsarbeiten noch immer rund 200 Helfer im Einsatz.

    Nach einer Erdbebenserie hatten vergangenen Mittwoch Schneemassen das Hotel in der Gemeinde Farindola verschüttet. Wegen meterhohen Schnees erreichten die ersten Rettungskräfte den Unglücksort erst mitten in der Nacht am Donnerstag auf Skiern. Sie verschafften sich zunächst mit Schaufeln Zutritt in das Hotel, in dem sich zum Zeitpunkt des Unglücks mehr Menschen aufgehalten hatten, als zunächst vermutet. Freitagvormittag hatte einige Angehörige die erste gute Nachricht nach mehr als 40 Stunden des Bangens erreicht: Die Einsatzkräfte orteten Überlebende und retteten schließlich mehrere Menschen.

    Vorwürfe gegen Behörden

    Nach dem Lawinenunglück mehren sich die Vorwürfe gegen die Behörden. Die Staatsanwaltschaft in Pescara ermittelt gegen unbekannt wegen mehrfacher fahrlässiger Tötung. Sie geht unter anderem Anschuldigungen nach, wonach Notrufe ignoriert wurden und sich der Rettungseinsatz verzögert hat. Es würden auch alle Entscheidungen überprüft, die zur Eröffnung des Hotels geführt hätten, hatte Staatsanwältin Cristina Tedeschini gesagt.

    Umstritten ist, ob das Hotel nach den heftigen Schneefällen in der Region schon vorher hätte evakuiert werden müssen. Es liegt auf 1.200 Metern Höhe unter einem Steilhang am Fuß des Bergmassivs Gran Sasso. Die Zufahrtsstraßen waren wegen des hohen Schnees vor dem Unglück unpassierbar.

    Die Regierung versprach eine genaue Untersuchung möglicher Fehler. Juristische Ermittlungen würden klären, ob es Verzögerungen bei dem Einsatz gegeben habe und wer dafür verantwortlich sei, hatte Ministerpräsident Paolo Gentiloni am Mittwoch gesagt. "Die Regierung fürchtet sich nicht vor der Wahrheit." Man dürfe aber nicht vorschnell nach einem Sündenbock suchen. Die Einsatzkräfte hätten alles in ihrer Macht Stehende getan, um Leben zu retten. (APA, 26.1.2017)

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