Chiles Regierung erhob Anklagen wegen Brandstiftung

25. Jänner 2017, 21:43
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Zerstörte Wald- und Wiesenfläche stieg auf rund 1900 Quadratkilometer a

Santiago de Chile – In die Verzweiflung wegen der verheerenden Waldbrände in Chile mischt sich nun auch Wut auf mutmaßliche Brandstifter. Das Innenministerium hat am Mittwoch in zwei Fällen Anklage gegen mutmaßliche Brandstifter erhoben, wie der Sender Radio Bio Bio berichtete. Ein Feuerwehrmann kam am Mittwoch im Kampf gegen die Flammen ums Leben.

Das private US-amerikanische Löschflugzeug Supertanker startete inzwischen von Santiago de Chile aus zu seinem ersten Einsatz in die Region El Maule, wie das Nachrichtenportal "Emol" berichtete.

Zehn Menschen wurden in Verbindung mit den Bränden festgenommen, wie das Innenministerium mitteilte. Gegen zwei potenzielle Brandstifter wurde Anklage erhoben. Ein Angeklagter ist mutmaßlich in einem Brand in El Maule verwickelt, der andere wurde am Dienstag bei versuchter Brandstiftung in einem Waldstück in Linares von Polizisten entdeckt und festgenommen.

Fahrlässigkeit und Brandstiftung

Ein Feuerwehrmann kam Mittwoch früh (Ortszeit) um, als er bei der Bekämpfung eines Brandes in der Gemeinde Empedrado von den Flammen umzingelt wurde, wie der Notdienst Onemi mitteilte. Es handelt sich um das fünfte Todesopfer der aktuellen Feuer.

Staatschefin Michelle Bachelet besuchte am Mittwoch Nirivilo und Empedrado, in der Region El Maule, wie die Zeitung "La Tercera" berichtete. Sie war bereits am Dienstag in der Nachbarregion O'Higgins gewesen. "Der Großteil der Brände hat einen menschlichen Ursprung, bei einigen kann Fahrlässigkeit, bei anderen Brandstiftung im Spiel sein", erklärte Bachelet. Die Forstbehörde CONAF veröffentlichte auf Facebook ein Foto von Zündmaterial, das mutmaßlich von Brandstiftern mit einem kleinen hausgemachten Fallschirm in den Wind geworfen worden sei.

Massive Zerstörungen

Von den 85 Bränden im Zentrum und Süden Chiles befinden sich noch 36 Flammenherde außer Kontrolle der Feuerwehr, berichtete die Forstbehörde CONAF. Die zerstörte Wald- und Wiesenfläche stieg bis Mittwoch auf rund 1900 Quadratkilometer an. Knapp 150 Häuser sind nach Angaben des Notdienstes Onemi zerstört worden.

Das größte Löschflugzeug der Welt soll jetzt bei der Bekämpfung der verheerenden Waldbrände in Chile helfen. Die Maschine vom Typ Boeing 747-400 kann 72.000 Liter Wasser transportieren und soll bis zu sechs Tage im Einsatz sein.

Behörden der CONAF und das Team des Supertankers besprachen Mittwoch früh (Ortszeit) die bestmögliche Einsatzstrategie des Löschflugzeugs und legten die Region El Maule als Einsatzort fest. Unter Geleit eines kleineres Militärflugzeuges startete der Supertanker zu vorgesehenen Einsatzpunkten über die Gemeinden Vichuquen, Hualane und Licanten, in der Region El Maule.

Eine Chilenin, die in den USA lebt und mit dem wohlhabenden Enkel des Gründers der US-Supermarktkette Walmart verheiratet ist, hatte über eine Stiftung den Einsatz des Löschflugzeugs ermöglicht. (APA, 25.1.2017)

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