Polizzen für Loipen und Pisten: Was wichtig ist und was entbehrlich

26. Jänner 2017, 13:00
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Nicht jedes Risiko muss abgedeckt werden, sehr wohl aber Gefahren, die im Extremfall die wirtschaftliche Existenz bedrohen

Wien – Ob Pistenunfälle mit Personenschäden oder losgetretene Schneebretter – die Gefahren eines Wintersporturlaubs können Versicherungen zwar nicht verringern, aber die finanziellen Auswirkungen abfedern. "Versichert werden sollen große Risiken", betont Finanzexpertin Gabi Kreindl vom Verein für Konsumenteninformation (VKI). "Wir raten grundsätzlich zur Vorgangsweise nach dem GAU-Prinzip. Zuerst wird versichert, was persönlich zu den größten anzunehmenden Unglücksfällen zählen würde."

Ganz oben auf ihrer Liste steht eine private Haftpflichtversicherung, die auch abgesehen von allen Reiseplänen anzuraten sei. Dieser Schutz vor Schäden, die man anderen Personen oder deren Besitz zufügt, kann im Extremfall die wirtschaftliche Existenz sichern. Etwa wenn nach einem verursachten Skiunfall oder einer losgetretenen Lawine Behandlungskosten und Schmerzensgelder anfallen oder im schlimmsten Fall gar eine Bestattung bezahlt oder Unterhalt für Hinterbliebene geleistet werden muss.

Haftpflicht und Unfallversicherung

Für ebenfalls sinnvoll für Wintersportler hält Kreindl eine Unfallversicherung. Die Kosten eines selbst verschuldeten Gipsbeins übernimmt zwar die gesetzliche Unfallversicherung, nicht aber die Langzeitfolgen. Dazu zählen etwa Berufsunfähigkeit oder wenn eine Invalidität einen Wohnungsumbau nötig macht. Aber auch eine Bergung per Helikopter kann vierstellige Kosten hervorrufen.

Oft sind diese Versicherungen in anderen Polizzen oder Verträgen enthalten. So kann etwa eine Haftpflicht Bestandteil der Haushaltsversicherung sein, Mitgliedschaften bei Autofahrerorganisationen oder alpinen Vereinen können eine Unfallabsicherung enthalten. Dabei sollte geprüft werden, ob dadurch nur das Mitglied oder die ganze Familie abgesichert ist. Ein Spezialfall sind übrigens Schulskikurse: Die Haftpflicht entfällt dabei auf die Bildungseinrichtung, über die Schule oder den Elternverein können auch Unfälle bereits versichert sein.

Wenig begeistert zeigt sich Kreindl von speziellen Urlaubskurzzeitversicherungen. Zumeist sei der Leistungsumfang verglichen mit Unfallversicherungen abgespeckt und auch preislich die ungünstigere Variante. Für gänzlich entbehrlich hält die VKI-Expertin Absicherungen gegen beschädigte oder entwendete Sportgeräte: "Ein Skidiebstahl ist zwar ärgerlich, aber – vor allem auch finanziell – verschmerzbar." (Alexander Hahn, 26.1.2017)

  • Etliche Versicherungsangebote sind in den Augen von Konsumentenschützern schlichtweg unnötig. Eine Unfallversicherung zählt allerdings nicht dazu.
    foto: apa/georg hochmuth

    Etliche Versicherungsangebote sind in den Augen von Konsumentenschützern schlichtweg unnötig. Eine Unfallversicherung zählt allerdings nicht dazu.

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