Vorbereitung für Börsengang von Siemens-Sparte Healthineers läuft an

25. Jänner 2017, 17:25
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Börsengang frühestens im Herbst

Die Börsenpläne für die Siemens-Medizintechnik-Sparte Healthineers nehmen Finanzkreisen zufolge bereits Gestalt an. Der Münchener Industriekonzern wolle Anfang April beginnen, die begleitenden Investmentbanken auszuwählen, sagten drei Insider der Nachrichtenagentur Reuters.

Goldman Sachs bereitet laut Insider bereits vor

Die besten Karten habe dafür die US-Bank Goldman Sachs, die als Hausbank von Siemens gilt und bereits mit vorbereitenden Arbeiten beschäftigt sei, sagte einer der Insider. Weder Siemens noch Goldman Sachs wollten sich dazu äußern. Stattfinden dürfte der Börsengang dann – wenn die Aktienmärkte mitspielen – frühestens im Herbst. Michael Sen, der im Siemens-Vorstand für die Medizintechnik verantwortlich sein wird und den Börsengang organisierten soll, kehrt im April von E.ON nach München zurück.

Siemens Healthineers könnte einer der größten Börsengänge in Deutschland der vergangenen Jahre werden, auch wenn der Konzern nur einen Minderheitsanteil an die Börse bringen und die Mehrheit auf Dauer behalten will. Experten veranschlagen den Wert der Sparte auf 36 bis 37 Mrd. Euro. Wie viele Schulden der Mutterkonzern der Tochter aufhalst, ist aber offen.

Expansion

Mit der Börsennotiz soll Healthineers Zugang zum Kapitalmarkt bekommen, um seine Expansion zu finanzieren, aber auch um Übernahmen stemmen zu können. Siemens-Chef Joe Kaeser bezeichnete den Börsengang im November als "logischen Schritt". Healthineers gilt als Marktführer bei bildgebenden Verfahren wie Computer-Tomografie (CT), will aber weiter in Wachstumssegmente vorstoßen, etwa in der Molekulardiagnostik. Analysten nennen als Übernahmekandidaten Firmen wie GenMark Diagnostics und Oxford Immunotec.

Derzeit entwickelt Siemens gerade ein neuartiges Labor-Diagnostik-System mit dem Namen Atellica, um Konkurrenten wie Roche und Abbott Paroli zu bieten. Das dürfte aber die Renditen der nächsten zwei Jahre drosseln. Mit einem Umsatz von 13,5 Mrd. Euro und einem operativen Gewinn (Ebit) von 2,3 Mrd. Euro war Healthineers im Geschäftsjahr 2015/16 (Ende September) die Siemens-Sparte mit der höchsten Rendite.

Siemens hatte den Bereich mit heute 46.000 Mitarbeitern 2006 mit den Übernahmen von Bayer Diagnostics (um 4,2 Mrd. Euro) und DPC (um 1,9 Mrd. Dollar) aufgebaut. Ein Jahr später kam um 7 Mrd. Dollar Dade Behring hinzu. (Reuters/APA, 25.1.2017)

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