Kaspersky-Manager wegen Verrats in Moskau verhaftet

25. Jänner 2017, 18:47
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Auch Geheimdienstmitarbeiter verhaftet – laut Kaspersky keine Verbindung zur Tätigkeit im Unternehmen

Ein Manager des russischen Antivirensoftware-Herstellers Kaspersky wurde bereits im Dezember in Moskau verhaftet, wie nun bekannt wurde. Das Unternehmen bestätigte entsprechende Medienberichte am Mittwoch gegenüber der Nachrichtenagentur AP.

Vorwurf Verrat

Ruslan Stoyanov, Chef der Abteilung zur Untersuchung von Zwischenfällen in Computersystemen, wurde laut Bericht gemeinsam mit einem Mitarbeiter des russischen Inlandsgeheimdienstes FSB verhaftet. Beiden werde Verrat vorgeworfen.

Eine Sprecherin von Kaspersky sagte in einer Stellungnahme, dass die Verhaftung nichts mit Stoyanovs Arbeit zu tun habe. Die Ermittlungen würden sich auf die Zeit vor seiner Tätigkeit im Unternehmen beziehen. Zuvor arbeitete Stoynov unter anderem in der Cybercrime-Abteilung des russischen Innenministeriums.

"Romanze vorbei"

Laut Andrei Soldatov, Beobachter der russischen Security-Branche, haben russische Geheimdienste und Unternehmen wie Kaspersky bisher informelle Beziehungen gepflegt. Es sei üblich gewesen, dass die Behörden Rat bei Kasperky eingeholt haben. "Diese Romanze ist nun eindeutig vorbei", so Soldatov.

Russland wird vorgeworfen, die US-Wahlen durch Hackerangriffe manipuliert zu haben. Die russische Regierung weist das zurück. Ob die Verhaftung Stoyanovs in Zusammenhang mit diesen Vorwürfen steht, ist derzeit nicht bekannt. Der FSB hat die Berichte nicht kommentiert. (red, 25.1.2017)

  • Die Verhaftung von Ruslan Stoyanov hat laut Kaspersky nichts mit dem Unternehmen zu tun.
    foto: ap photo/raphael satter

    Die Verhaftung von Ruslan Stoyanov hat laut Kaspersky nichts mit dem Unternehmen zu tun.

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