Erwärmung krempelt Gebirgsökosysteme von Grund auf um

29. Jänner 2017, 15:59
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Forscherteam sieht Trend, der alle Hochgebirgsregionen weltweit betreffen wird

Innsbruck/Umeå – Der Klimawandel wird die empfindlichen Ökosysteme in den Bergen weltweit stark verändern: Das bilanziert ein internationales Forscherteam mit österreichischer Beteiligung im Fachmagazin "Nature". Der Grund: Durch die steigenden Temperaturen geraten für Pflanzen, die derzeit oberhalb der Baumgrenze wachsen, die Nährstoffkreisläufe in den kommenden Jahrzehnten aus dem Gleichgewicht.

Die Forscher um Jordan Mayor und David Wardle von der nordschwedischen Universität Umeå haben in den Alpen sowie in anderen Hochgebirgen weltweit (auf Hokkaido in Japan, in Australien, Neuseeland, Nordamerika und Patagonien) untersucht, wie sehr sich die Nährstoffkreisläufe ober und unterhalb der Baumgrenze unterscheiden. An dieser entscheidenden Grenze ändert sich die Vegetation im Höhenverlauf nämlich sehr abrupt, was die Ökosysteme anfällig für Veränderungen macht.

Es beginnt bei den Mikroben

"Laut den aktuellen Klimaprognosen geht man von einem Temperaturanstieg bis zum Ende des Jahrhunderts aus, der im Gebirge einem Höhenunterschied von 300 Metern entspricht", sagt Michael Bahn vom Institut für Ökologie der Universität Innsbruck. Wenn es wärmer wird, sind die Mikroorganismen im Boden aktiver und stellen den Pflanzen viel mehr Stickstoff zur Verfügung, während sich die Versorgung mit anderen Nährstoffen wie Phosphor kaum ändert.

Als Folge löst sich die enge Koppelung der Nährstoffkreisläufe, wie sie weltweit oberhalb der Baumgrenze zu beobachten ist, so Bahn. Dies könne die funktionellen Eigenschaften der Ökosysteme und das Gleichgewicht von ober- und unterirdischen Prozessen stark beeinflussen. (APA, red, 29. 1. 2017)

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