Tuchel über Neuzugang Isak: "Kannte den Spieler nicht"

25. Jänner 2017, 15:27
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Dortmund-Trainer nennt Verpflichtung des jungen Schweden einen "Perspektiventransfer" und bestreitet atmosphärische Störungen im Klub

Dortmund – Dortmund-Trainer Thomas Tuchel wurde in das Bemühen um das schwedische Supertalent Alexander Isak erst spät eingeweiht. "Es ist alles sehr schnell entschieden worden. Der Informationsfluss war sehr kurzfristig. Das ist aber bei solchen Perspektivtransfers ganz normal, dass der Trainer eine späte Rolle hat", sagte der 43-Jährige am Mittwoch.

"Ich kannte den Spieler nicht", sagte Tuchel: "Es ist aber auch nicht möglich, dass ich alle 16- und 17-Jährigen kenne. Weil es ein Perspektivtransfer ist. Da leisten das Scouting und Sportdirektor Michael Zorc natürlich große Vorarbeit." Daher komme er bisweilen "erst sehr spät zum Tragen. Das ist aber ganz normal." Von der Verzögerung in der internen Kommunikation hatte die Sport Bild berichtet.

Tuchel zeigte sich begeistert vom 17-jährigen Isak, der von AIK Solna gekommen war und am Mittwoch erstmals mit dem BVB trainierte. "Es passt perfekt. Das ist ein Transfer, der dem Verein eine unglaublich langfristige Planungssicherheit bietet. Das macht für den BVB zu 100 Prozent Sinn", betonte er: "Ich habe kein Veto eingelegt." Auch bei den Transfers von Emre Mor und Ousmane Dembélé sei er "erst sehr spät involviert" gewesen. Er sei daher verwundert, "welche Dringlichkeit das plötzlich in Artikeln bekommt".

Immerhin bemerkenswert: für den "Perspektivtransfer" nahmen die Dortmunder 10 Millionen Euro in die Hand, angeblich wurde im Rennen um Isak Real Madrid ausgestochen. Am Montag schließlich war der Transfer endgültig über die Bühne gegangen.

Die immer wieder als schwierig beschriebene Zusammenarbeit mit Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke und Zorc nannte Tuchel "sehr freundschaftlich und professionell. Ich kämpfe um meine Positionen, jeder kämpft um seine inhaltlichen Positionen in den Diskussionen. Das kenne ich nicht anders." Er räumte jedoch ein, "der Prozess des Kennenlernens" sei auch nach eineinhalb Jahren nicht abgeschlossen. (sid, 25.1. 2017)

  • Hat nach eigenen Angaben ein freundschaftliches Verhältnis zu BVB-Macher Hans-Joachim Watzke und Sportchef Michael Zorc: Dortmund-Coach Thomas Tuchel.
    foto: apa/afp/zhao

    Hat nach eigenen Angaben ein freundschaftliches Verhältnis zu BVB-Macher Hans-Joachim Watzke und Sportchef Michael Zorc: Dortmund-Coach Thomas Tuchel.

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