Wiener Forscher identifizieren unbekannte Pflanze am Stadtrand Teherans

25. Jänner 2017, 13:55
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Gundelia tehranica wurde erst jetzt als eigene Spezies erkannt

foto: apa/nhm wien

Wien/Teheran – Eine Pflanze, die direkt am Stadtrand der Millionenmetropole Teheran wächst und trotzdem bisher nicht als eigene Art erkannt wurde, haben nun Forscher des Naturhistorischen Museums (NHM) Wien erstbeschrieben. Durch den Vergleich mit anderen Vertretern der Gattung sei nun sicher, dass es sich um eine eigene Art handelt. Sie erhielt die Bezeichnung Gundelia tehranica.

Die Gattung Gundelia gehört zur Familie der Korbblütler, die zahlreiche Nutzpflanzen umfasst – darunter so unterschiedliche Spezies wie Sonnenblumen, Kopfsalat oder Wermut. Auch verschiedene Gundelia-Arten sind essbar, zudem können sie als Grundlage für Medikamente dienen. Optisch erinnern sie an Disteln, bei denen es sich ebenfalls um Korbblütler handelt.

foto: apa/nhm wien

Der Direktor der Botanischen Abteilung des Museums, Ernst Vitek, beschrieb die nunmehrige neue Art in dem kürzlich erschienenen Band der Annalen des NHM. Von iranischen Botanikern wurde Gundelia tehranica nicht als eigene Art erkannt, weil ihnen Vergleichsexemplare aus den anderen Gebieten fehlten.

Bis vor kurzem sei sogar nur eine einzige Art dieser Gattung in Fachkreisen anerkannt gewesen. Daher sei die Erstbeschreibung für das Museum als "kleine Sensation" zu werten. In weiterführenden Untersuchungen zusammen mit Kollegen aus dem Iran, Armenien, Israel und der Türkei wurde mittlerweile klar, dass es darüber hinaus mehrere Arten gibt: Bis dato sind zehn definiert und weitere fünf noch in Vorbereitung.

Das NHM besitzt eine der wertvollsten historischen Pflanzensammlungen, die auch rund 60.000 Objekte aus dem Gebiet des Iran umfasst. In Kooperation mit iranischen Wissenschaftern verfolge man mehrere Forschungsvorhaben: So unterstützen NHM-Experten zusammen mit der Universität Wien beispielsweise die Shahid Behesti Universität in Teheran dabei, ihre Sammlung digital zugänglich zu machen. (APA, red, 25. 1. 2017)


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