Trump-Sprecher: Kein Wahlbetrug in Staaten, die Trump gewann

25. Jänner 2017, 23:25
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Stimmabgabe durch "Illegale" soll geprüft werden – allerdings sind für das Weiße Haus nur jene Staaten verdächtig, die Trump verlor

Washington – US-Präsident Donald Trump will eine Untersuchung des angeblichen massiven Betrugs bei der US-Wahl im November anordnen. Dies kündigte er am Mittwoch über Twitter an. Demnach soll geprüft werden, ob Wähler in verschiedenen Bundesstaaten ihre Stimme zweimal abgaben, ob "illegale" Einwanderer mitstimmten oder ob Stimmen von bereits verstorbenen Wählern gezählt wurden. "Je nach Ergebnis werden wir die Wahlgesetze verschärfen." Weitere Einzelheiten nannte er nicht.

Gewiss keinen Wahlbetrug hat es nach der Einschätzung des Weißen Hauses allerdings in den Staaten Pennsylvania, Michigan und Wisconsin gegeben, die Trump im November gegen die Ergebnisse der Meinungsumfragen gewonnen hatte. Das hat Trump-Sprecher Sean Spicer am Mittwochabend erklärt. In allen drei Staaten hatte die Grün-Kandidatin Jill Stein wegen möglicher Ungereimtheiten, auf die Statistiker aufmerksam gemacht hatte, eine Neuauszählung verlangt. Juristen des Wahlkampfteams von Trump hatten diese Bemühungen bekämpft. Spicer nannte nun die beiden Staaten New York und Kalifornien, die Trump besonders deutlich verloren hatte, als Orte, an denen nach Sicht des Weißen Haueses Betrug am wahrscheinlichsten sei.

Bereits am Dienstag hatte er ohne Angabe von Quellen vor Juristen gesagt, es habe im November Wahlbetrug im Ausmaß von drei bis fünf Millionen Stimmen zugunsten Hillary Clintons gegeben. Sein Sprecher Sean Spicer bestätigte vor der Presse am Dienstagabend, dass der Präsident dies "seit langem" glaube. Nach Angaben der US-Wahlbehörden gibt es keine Hinweise auf Wahlbetrug in größerem Ausmaß. Selbst der prominente republikanische Kongressabgeordnete Paul Ryan sieht für Trumps Behauptungen keine Anhaltspunkte.

Trump erhielt von den Wahlleuten die deutliche Mehrheit der Stimmen und wurde deswegen Präsident. In dem Gremium, das aus den Frühtagen der USA stammt, haben aber kleine Bundesstaaten ein größeres Gewicht. Rechnet man alle abgegebenen Bürgerstimmen landesweit zusammen, kommt seine Rivalin Hillary Clinton auf einen Vorsprung von 2,9 Millionen Stimmen. Dies ist selten, kam in der US-Geschichte aber schon mehrmals vor – zuletzt, als George W. Bush im Jahr 2000 gegen Al Gore gewann. (APA, red, 25.1.2017)

  • Donald Trump vermutet bei der US-Präsidentenwahl – die er gewonnen hat – Wahlbetrug.
    foto: apa/afp/frederic j. brown

    Donald Trump vermutet bei der US-Präsidentenwahl – die er gewonnen hat – Wahlbetrug.

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