Szenen einer politischen Ehe – der Regierungskrach in Zitaten

25. Jänner 2017, 13:01
8 Postings

Angriffe, Attacken, Widerworte und Ultimaten in rot-schwarz

Wien – Sie stecken wieder einmal in einer Beziehungskrise, SPÖ und ÖVP. Dabei sind sie eigentlich eine Ehe auf Zeit bis 2018 eingegangen. Aber es ist kompliziert, sehr kompliziert. Abzulesen an diversen Sagern, die verschiedene Proponenten von Rot und Schwarz einander ausgerichtet haben.

Im Folgenden ein Best of... oder aus Sicht der krisengeschüttelten Regierungspartner vielleicht auch als Worst of zu lesen.

"Die Freiheitlichen und wir sind die einzigen Parteien, die Veränderungen in Österreich wollen." – Bundeskanzler und SPÖ-Chef Christian Kern trifft einen Nerv beim Koalitionspartner ÖVP.

"Man spürt, die Inszenierung steht vor der Sacharbeit. Als Wahlbeobachterin und Meinungsforscherin empfinde ich diese Inszenierung wie einen Vorwahlkampf." – Die ÖVP schickt Familienministerin Sophie Karmasin vor, um einen Nerv bei Kern zu treffen.

"Es liegt ein bisschen in der Luft. Ich spüre, dass die SPÖ in diese Richtung arbeitet." – Karmasin ortet in der SPÖ und bei Kanzler Kern Neuwahlgelüste.

"Wir sind willig." An der ÖVP liegt es laut Vizekanzler und ÖVP-Chef Reinhold Mitterlehner nicht.

"Das ist schlechter Stil und belastet die Verhandlungen zweifellos." – SPÖ-Regierungskoordinator Thomas Drozda antwortet Karmasin.

"Wir müssen Ergebnisse auf den Tisch legen, sonst braucht es diese Regierung nicht mehr." – Auch Kanzler Kern lässt seinem Ärger freien Lauf.

"Wir brauchen diese Klarheit. Ich bin sehr unzufrieden mit dem, was vorliegt. Unsere Hand ist ausgestreckt, die ÖVP muss entscheiden, ob sie das will." – Und Kern stellt der ÖVP ein Ultimatum bis Freitag.

"Der Kanzler hat die Hand gereicht. Ich schlage ein." – Mitterlehner glaubt weiter an gemeinsame Lösungen.

"Ich hoffe sehr, dass es den beiden gelingt." – Außenminister und ÖVP-Zukunftshoffnung Sebastian Kurz setzt bei der Lösung der Irritationen in der Regierung ganz auf Kern und Mitterlehner.

"Dass wir uns gegenseitig Ultimaten stellen, halte ich für einigermaßen übertrieben." – Mitterlehner plädiert unterdessen für Arbeiten ...

"Wenn die Koalition Probleme nicht löst, wird man nicht mit der Ansage zum Wähler gehen können, bitte gebt uns eure Stimme, wir lösen das, was wir bis jetzt nicht zustande gebracht haben." – ... und hält wenig von Neuwahlen.

"Ich bin nicht bereit, jeden Umgangston zu akzeptieren." – Kanzler Kern ist auch nach einer Nacht drüber schlafen noch über die ÖVP verärgert ...

"Noten vergeben zum Glück nur die Lehrer." – ... und will der Koalition derzeit besser keine Noten geben. (APA, nim, 25.1.2017)

Share if you care.