Deutsche Kommunen wollen weiterhin keinen Familiennachzug

25. Jänner 2017, 11:56
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Subsidär Schutzberechtigte dürfen Angehörige nicht nachholen – Viele Syrer betroffen

Berlin – Die Kommunen in Deutschland drängen darauf, den Familiennachzug für Flüchtlinge mit eingeschränktem Schutz über März 2018 hinaus auszusetzen. "Wir müssen verhindern, dass die Kommunen durch den Familiennachzug überfordert werden", sagte der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebundes, Gerd Landsberg, der in Düsseldorf erscheinenden "Rheinischen Post" vom Mittwoch.

"Deshalb wollen wir, dass das im März 2018 auslaufende Moratorium für den Familiennachzug für Flüchtlinge mit begrenztem Asylstatus noch einmal um ein, zwei Jahre verlängert wird", sagte Landsberg. Vertreter der drei kommunalen Spitzenverbände wollten dieses Anliegen dem Bericht zufolge am Mittwoch bei einem Treffen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) vorbringen.

Nachzug 2016 um Hälfte gestiegen

Den eingeschränkten subsidiären Schutzstatus erhalten Migranten, die keine Flüchtlinge im rechtlichen Sinne sind, denen aber in ihrer Heimat ernsthafter Schaden durch Folter, Todesstrafe oder Kriegshandlungen droht. Dies gilt für die meisten Syrer. Der Bund hatte den Familiennachzug für sie im März 2016 für zwei Jahre ausgesetzt.

Der Nachzug von Familienangehörigen nach Deutschland ist im vergangenen Jahr etwa um die Hälfte gestiegen. 2016 wurden weltweit annähernd 105.000 Visa zum Familiennachzug erteilt, im Jahr davor waren es noch 70.000. Der Familiennachzug stieg bei Syrern und Irakern besonders stark an. (APA, 25.1.2017)

  • Ab März 2018 ist der Familiennachzug für Flüchtlinge mit begrenztem Asylstatus eigentlich wieder möglich.
    foto: apa/afp/christof stache

    Ab März 2018 ist der Familiennachzug für Flüchtlinge mit begrenztem Asylstatus eigentlich wieder möglich.

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