Mehr Fragen als Antworten nach Rennen am Kronplatz

25. Jänner 2017, 11:49
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Schild nach Rang sieben auch im Riesentorlauf mit WM-Chance – Vier Anwärterinnen auf drei Plätze – Veith sucht weiter ihre Form, wagt sich in Cortina auf die Abfahrtspiste

St. Vigil – Der letzte Riesentorlauf vor der WM in St. Moritz brachte nicht die erhoffte Klarheit in das österreichische Damen-Aufgebot für die Titelkämpfe. Mit Bernadette Schild als Siebenter kam noch eine zusätzliche Option hinzu, ansonsten hat sich beim Weltcup-Debüt von St. Vigil am Kronplatz aus dem österreichischen Team niemand aufgedrängt.

Für ÖSV-Cheftrainer Jürgen Kriechbaum ist das kein Problem, wie er sagt: "Ich bin froh, wenn die Aufstellung schwierig ist." Er war zunächst einmal zufrieden, dass es nach dem historisch schlechtesten Ergebnis mit Ricarda Haasers 23. Platz von Maribor für die Technik-Damen wieder aufwärtsging. Schild lieferte am Kronplatz das beste Riesentorlauf-Ergebnis ihrer Karriere, Katharina Truppe als Zwölfte ihr zweitbestes. "Von beiden war es ein Super-Rennen. Vor allem Bernie hat ein kräftiges Lebenszeichen gegeben", sagte Kriechbaum. Speziell von Schilds zweitem Lauf, in dem sie die zweitbeste Zeit fuhr, war der Chefcoach angetan.

Brunner

Anna Veith hat ihr WM-Ticket als Weltmeisterin von Vail 2015 fix, Stephanie Brunner darf trotz ihres Ausfalls in Südtirol als aktuell beste ÖSV-Riesentorläuferin wohl auch ihre Koffer für die Schweiz packen. Als Vierte in Sölden, Achte in Sestriere und Fünfte am Semmering hat die 22-Jährige in diesem Winter bereits mehrmals aufgezeigt und ist als Elfte auch im Riesentorlauf-Weltcup Österreichs Beste. "Ich probiere den Ausfall jetzt so schnell wie möglich auszuschalten, dann habe ich das bis zur WM längst wieder vergessen", meinte Brunner.

Leichte Sorgen bereitet aber weiterhin Veith, die nach ihrem Comeback auch in Südtirol erfolglos ihre Form suchte und die Qualifikation für den zweiten Durchgang verpasste. Die Salzburgerin hat in dieser Saison erst einen 25. Rang im zweiten Semmering-Riesentorlauf zu Buche stehen, schied einmal aus und verpasste zweimal die Qualifikation für den zweiten Lauf – wenngleich es in St. Vigil mit Platz 31 und fünf Hundertstelsekunden Rückstand auf Rang 30 äußerst knapp war.

Vier Optionen für drei Startplätze

Für die restlichen drei Tickets kommen Bernadette Schild, Katharina Truppe, Michaela Kirchgasser und Ricarda Haaser in Frage. Schild und Truppe haben ihr Ticket im Slalom fix und haben in St. Vigil auch ihre Chancen auf einen Start im Riesentorlauf vergrößert. Beim Auswahlprozedere will Kriechbaum nichts überstürzen: "Entschieden wird erst kurz vor dem Rennen in St. Moritz."

"Ich glaube, dass ich den Trainern mit diesem Ergebnis ein paar Denk- und Rechenaufgaben gegeben habe", sagte Schild über ihre WM-Chancen. Truppe gibt sich im Hinblick auf einen möglichen Riesentorlauf-Start locker. "Da mache ich mir nicht so viele Gedanken. Ich bin froh, dass ich das Slalom-Ticket fix habe", meinte die Kärntnerin.

Kirchgasser weiter von Knieproblemen geplagt

Kirchgasser zeigte mit Platz elf nach dem ersten Durchgang am Kronplatz auf, ein verpatzter zweiter Durchgang bedeutete aber Platz 28. Zudem machen ihr weiterhin Knieprobleme zu schaffen, auch für das Rennen in Südtirol musste sie "die Zähne zusammenbeißen", wie sie sagte. Kirchgasser hat in dieser Saison ansonsten Platz sieben (Sölden) und zwölf (Semmering) zu Buche stehen.

Haaser hat mit Platz 10 (Semmering) und 13 (Sölden) die schwächsten Spitzenresultate und schied in St. Vigil im zweiten Durchgang aus, allerdings mit guter Zwischenzeit. Sie hatte zuletzt auch in den schnellen Disziplinen aufgezeigt, etwa mit Platz zehn bei ihrem Abfahrts-Debüt in Garmisch am vergangenen Wochenende.

Bereits am Donnerstag geht es für Haaser und die übrigen Speed-Damen mit dem Training für die Abfahrt am Samstag in Cortina d'Ampezzo weiter. In diesem Training wird sich auch Veith erstmals nach ihrem Comeback wieder auf eine Abfahrtspiste wagen und am Freitag entscheiden, ob sie auch im Rennen am Samstag an den Start gehen wird. (APA, red, 25.1.2017)

  • Stephanie Brunner darf trotz des Ausfalls am Kronplatz mit einem Einsatz bei der WM in St. Moritz rechnen.
    foto: apa/afp/tiziana fabi

    Stephanie Brunner darf trotz des Ausfalls am Kronplatz mit einem Einsatz bei der WM in St. Moritz rechnen.

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