Wirtschaftskammer fordert weitere Maßnahmen im Bildungsbereich

25. Jänner 2017, 15:13
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Die Wirtschaftskammer hofft auf weniger Einfluss der Länder bei der Schulverwaltung

Voll des Lobes für das geplante Schulreformpaket ist der Leiter der Abteilung für Bildungspolitik der Wirtschaftskammer, Michael Landertshammer. "Wenn es ausreichende Begleitmaßnahmen wie beispielsweise zusätzliche Sozialarbeiter oder Schulpsychologen gibt, dann ist das Autonomiepaket zu begrüßen", sagte Landertshammer am Mittwoch. Wie dieses Paket von den Verhandlungspartner Bildungsministerin Sonja Hammerschmid (SPÖ) und Staatssektretär Harald Mahrer (ÖVP) verhandelt wurde, sei vorbildhaft.

Vieles davon deckt sich mit Forderungen der Wirtschaftskammer. Als Beispiel nennt Landertshammer das Einrichten von Bildungsdirektionen, die die Verwaltung und auch die Verrechnung von Bundes- und Landeslehrern gemeinsam abwickeln sollen. "Die Bestellung sollte aber nicht im direkten Einfluss des Landes sein", lautet die Kritik von Landertshammer.

Weisungsfreies Qualitätsmanagement

Verbesserungsmöglichkeiten sieht Landertshammer auch beim Qualitätsmanagement. Dieses müsse als weisungsfreie Institution, die unabhängig von Parteipolitik und Ideologien agiert, neu aufgestellt werden. Laut derzeitigem Vorschlag ist die gleiche Behörde zuständig, die auch die Lehrer verwaltet. "Unsere Forderung: Eine externe Agentur soll diese Aufgaben übernehmen. Das gibt es auch im Wirtschaftsleben nicht, dass eine Firma sich selber zertifiziert. Das machen immer Externe", sagt Landertshammer.

Positiv steht man in der Wirtschaftskammer auch der Idee einer gemeinsamen Schule für alle bis 14 Jahre gegenüber. Wichtig dabei sei aber, dass der Unterricht auch tatsächlich individualisiert werde, so Landertshammer. In Vorarlberg, das sich bereits intensiv auf die gemeinsame Schule vorbereitet hat, sollte sie auch getestet werden und danach evaluiert werden.

Im Hochschulbereich plädiert die WKÖ für neue Bildungsangebote: So soll es zusätzlich zu den Weiterbildungsmasterstudien auch einen Weiterbildungsbachelor geben. Dieses Angebot richtet sich hauptsächlich an Personen, die zuvor eine Lehre absolviert haben. (Gudrun Ostermann, 25.1.2016)

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