Dank Trump: "1984" erklimmt Platz eins in Amazon-Charts

25. Jänner 2017, 11:17
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Dystopischer Roman von George Orwell erlangt aufgrund aktueller Debatten neue Popularität

Die ersten Tag der US-Präsidentschaft von Donald Trump hatten es bereits gehörig in sich. Neben einer Fülle von raschen Anordnungen, um zentrale Entscheidungen der Obama-Administration umzukehren, führte vor allem der reichlich "kreative" Umgang Trumps mit Fakten zu einiger Kritik.

Alternative Fakten

Von "alternativen Fakten" sprach etwa Trumps Beraterin Kellyanne Conway, Press Secretary Sean Spicer sorgte mit recht einfach nachweisbar falschen Aussagen nicht minder für Aufregung. All dies erinnert viele Beobachter an einen Klassiker aus der Literatur des 20. Jahrhunderts: George Orwells "1984". Bedienen sich dort doch die totalitären Herrscher des "Newspeak", der mit bewusst irreführenden Formulierung die Wahrheit zu verschleiern sucht. Auch der Begriff "Doublethink", der beschreibt zwei widersprüchliche Sachen gleichzeitig zu glauben, kommt manchen Beobachtern plötzlich nur allzu bekannt vor.

Charts

Dieses neu erwachte Interesse an Orwells Buch schlägt sich nun auch in den US-amerikanischen Amazon-Charts nieder: Findet sich der 68 Jahre alte Roman doch plötzlich auf Platz 1 der Bestsellerliste bei dem Online-Händler wieder. Gegenüber CNN betont ein Sprecher des Verlags Penguin, dass man erst diese Woche 75.000 neue Exemplare des Buchs gedruckt habe – erheblich mehr als ein üblicher Reprint ausmachen würde.

Snowden Leaks

Übrigens ist es nicht das erste Mal, dass "1984" einen solch starken Anwuchs der Popularität erlebt. Als Edward Snowden im Jahr 2013 die ersten Leaks über die Aktivitäten der NSA an die Presse weitergab, zeigte sich ein ähnlicher Effekt. An sich ist George Orwells Buch über die Jahrzehnte recht konstant populär geblieben, was nicht zuletzt daran liegt, dass es in vielen Schulen zum Standard-Lesematerial gehört. (red, 25.1.2017)

  • US-Präsident Donald Trump (im Bild eine Reproduktion in Form einer Puppe)
    foto: toru hanai / reuters

    US-Präsident Donald Trump (im Bild eine Reproduktion in Form einer Puppe)

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