Mindestens 28 Tote bei Anschlag auf Hotel in Mogadischu

25. Jänner 2017, 17:08
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Al-Shabaab-Miliz bekannte sich zum Angriff

Mogadischu – Bei einem Anschlag der islamistischen Shabaab-Miliz auf ein Hotel in Somalias Hauptstadt Mogadischu sind nach Angaben von Rettungskräften mindestens 28 Menschen getötet und 43 weitere verletzt worden.

Am Mittwochmorgen explodierten zwei Autobomben vor dem bekannten Hotel "Dayah" nahe dem Parlamentsgebäude und dem Präsidentensitz, wie Sicherheitskräfte mitteilten. Zudem stürmten Bewaffnete das Hotelgelände und schossen um sich. Die Shabaab-Miliz bekannte sich zu dem Angriff.

Auch Angreifer erschossen

Der Angriff begann mit einer ersten Explosion, als ein mit Sprengstoff beladenes Auto das Tor zum Hotelgelände rammte. Nach Angaben von Sicherheitskräften stürmten dann mindestens vier bewaffnete Männer das Gelände und lieferten sich einen Schusswechsel mit Wachleuten. Die Angreifer seien erschossen worden. Sie wurden bei den 28 Todesopfern nicht mitgezählt.

Eine zweite heftige Explosion folgte, als Krankenwagen und Journalisten bereits zum Anschlagsort geeilt waren. Laut der somalischen Journalistenvereinigung erlitten sieben Reporter leichte Verletzungen. Unter ihnen war ein Fotograf der Nachrichtenagentur AFP, der durch Splitter an Schulter und Bein verletzt wurde.

Die Opferzahl könnte sich noch ändern: Der leitende Sanitätsarzt Abukadir Abdirahman Adem sagte, seine Mitarbeiter hätten 28 Tote und 43 Verletzte gezählt. Es habe aber noch weitere Rettungswagen mit Verletzten gegeben, er könne nichts über deren Opferzahlen sagen.

Heftige Kämpfe

Somalias Sicherheitsminister Abdirisak Omar Mohamed sprach von zehn Toten und 51 Verletzten. Er lobte das Wachpersonal des Hotels: Diese hätten "heftig gegen die Shabaab-Angreifer gekämpft, um das Hotel zu verteidigen". Noch während der Bergung der Verletzten waren Schüsse aus dem Hotel zu hören. Die Shabaab-Miliz verschickte über den Kurzmitteilungsdienst Telegram eine Erklärung, in der sie die Verantwortung für den Angriff übernahm.

Somalia versank nach dem Sturz des Machthabers Siad Barre im Jahr 1991 im Bürgerkrieg. Seitdem gibt es in dem Land am Horn von Afrika keine funktionierende Zentralregierung mehr. Die islamistische Shabaab-Miliz kontrollierte über Jahre weite Teile des Landes, im August 2011 wurden die Kämpfer aus Mogadischu vertrieben.

Seit 1007 afrikanische Truppen

Die mit Al-Kaida verbündeten Islamisten wollen die international unterstützte somalische Regierung stürzen und verüben immer wieder Anschläge. Seit 2007 unterstützt die Mission Amisom der Afrikanischen Union die somalischen Sicherheitskräfte.

Der Anschlag wurde kurz vor der lange erwarteten Präsidentschaftswahl verübt, die am 8. Februar stattfinden soll. Der Staatspräsident wird von den 275 Parlamentariern gewählt, die im Herbst 2016 durch 14.000 ausgesuchte Wahlleute bestimmt worden waren. Die Abstimmungen sind Teil eines langen Übergangsprozesses. Erst im Jahr 2020 soll es in dem Zwölf-Millionen-Einwohner-Land wieder eine allgemeine Wahl geben – fast 50 Jahre nach der bisher letzten demokratischen Wahl im Jahr 1969. (APA, 25.1.2017)

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