Eine Woche nach Lawinenunglück in Italien 24 Leichen geborgen

    25. Jänner 2017, 13:58
    1 Posting

    Noch fünf Vermisste – Trauer um verunglückte Insassen eines Rettungshubschraubers

    Farindola/Penne – Eine Woche nach dem Lawinenunglück in Mittelitalien haben die Rettungskräfte am Mittwoch nur noch Leichen aus dem verschütteten Hotel geborgen. Wie die Behörden mitteilten, stieg die Zahl der Todesopfer am Mittwoch auf 24. Zwölf von ihnen müssen noch identifiziert werden. Fünf Menschen werden noch vermisst. Neun Menschen haben das Unglück überlebt.

    Ungeachtet der schwindenden Hoffnung, weitere Überlebende zu finden, setzten die Einsatzkräfte ihre Suche fort. "Wir arbeiten unermüdlich, bis wir alle Vermissten geborgen haben. Über 200 Rettungseinheiten sind vor Ort", berichtete die Sprecherin des italienischen Zivilschutzes, Titti Postiglione.

    Einsatz der Retter gelobt

    In der Kleinstadt Loreto Aprutina fand am Mittwoch die Trauerfeier für Sebastiano Di Carlo und seine Frau Nadia Acconciamessa statt. Sie sind die Eltern des neunjährigen Edoardo Di Carlo, der lebend aus dem verschütteten Hotel geborgen wurden. Er nahm mit seinen älteren Brüdern an der Trauerzeremonie teil. Der Neunjährige war mit drei weiteren Kindern geborgen worden. Die Bilder der Rettung Edoardos hatten ganz Italien bewegt und Hoffnungen auf weitere Überlebende geweckt. Am Freitag und Samstag waren neun Menschen lebend aus dem Hotel Rigopiano geborgen werden. Aus Loreto Aprutino stammt ein weiteres Ehepaar, das im verschütteten Hotel ums Leben gekommen ist.

    Die in Bozen ansässige Gesellschaft A-Real Estate, Eigentümerin des Hotels Rigopiano, versicherte unterdessen, dass dieses nach modernsten Sicherheitsstandards gebaut worden sei. Das Gebäude war 2006 zu einem Vier-Sterne-Hotel erweitert worden. Genehmigungen der Gemeinde Farindola lägen vor. A-Real Estate wird von der A-Leasing mit Sitz in Treviso kontrolliert. Diese wiederum gehört laut Firmenbuch zu 75 Prozent der RL Retail Holding und zu 25 Prozent der Raiffeisen Leasing GmbH – beides Raiffeisen-Töchter mit Sitz in Wien.

    Der italienische Premier Paolo Gentiloni lobte am Mittwoch vor dem Parlament in Rom den Einsatz der Retter und des Zivilschutzes nach der Erdbebenserie, den heftigen Schneefällen und dem Lawinenabgang in Farindola. Italien trauert auch um sechs Menschen, die am Dienstag unweit des Apenninen-Orts Campo Felice in der mittelitalienischen Region Abruzzen mit einem Rettungshubschrauber verunglückt sind. Zwei von ihnen waren an der Bergung der Verschütteten aus dem Hotel beteiligt.

    Trauer um Retter

    Italien trauerte auch um die Retter, die am Dienstag unweit des Apenninen-Orts Campo Felice in der mittelitalienischen Region Abruzzen mit einem Hubschrauber abgestürzt und tödlich verunglückt sind. Zwei von ihnen hatten sich an der Bergung der Vermissten des von der Lawine verschütteten Hotels Rigopiano beteiligt.

    Insgesamt starben sechs Menschen an Bord des Helikopters. Der Hubschrauber, mit dem ein verletzter Skifahrer von einer Piste in Campo Felice geholt wurde, war in Richtung Krankenhaus von L'Aquila unterwegs. Er stürzte in eine 500 Meter tiefe Schlucht, wenige Kilometer von dem Apenninen-Skiort entfernt, der vor allem bei Urlaubern aus Rom sehr beliebt ist. (APA, 25.1.2017)

    • Die ersten Opfer der Lawinenkatastrophe wurde beigesetzt.
      foto: alessandro di meo/ansa via ap

      Die ersten Opfer der Lawinenkatastrophe wurde beigesetzt.

    Share if you care.