Nortel-Insolvenz: Gläubiger erhalten 7 Milliarden Dollar

    25. Jänner 2017, 07:57
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    Nach acht Jahren erbitterter Rechtsstreitigkeiten wurde das Verfahren beendet

    Das Insolvenzverfahren des kanadischen Telekomausrüsters Nortel Networks hat nach acht Jahren erbitterter Rechtsstreitigkeiten ein Ende. Zwei Gerichte aus den USA und Kanada beschlossen am Dienstag die Auszahlung von mehr als sieben Milliarden US-Dollar (6,51 Mrd. Euro) an die Gläubiger.

    Nach dem Urteil sollen Lieferanten des einstigen Branchengiganten, Ruheständler in Kanada, Behörden und Investmentfonds noch in diesem Jahr ihr Geld erhalten. Nortel beschäftigte zur Glanzzeit in den 1990er-Jahren 93.000 Mitarbeiter und war an der Börse 250 Milliarden Dollar wert.

    Insolvenzantrag

    Nach einem Bilanzskandal und einer Reihe von Management-Fehlern stellte das Unternehmen im Jänner 2009 einen Insolvenzantrag. Aus der Liquidierung der Geschäftsteile wurden 7,3 Milliarden Dollar erlöst – deutlich mehr als ursprünglich erwartet. Das trieb den Wert der Nortel-Anleihen in den Jahren des Insolvenzverfahrens drastisch in die Höhe. Davon profitieren unter anderem die Gesellschaft Quantum Partners des Großinvestors George Soros und der US-Hedgefonds Elliott Management, die laut Gerichtsunterlagen zu den größten Bondinhabern gehören.

    Das Insolvenzverfahren nach US-Recht war eines der längsten aller Zeiten – und eines der teuersten. Analystenschätzungen zufolge kassierten Anwälte und Berater Gebühren von annähernd 1,9 Milliarden Dollar. (Reuters, 25.1.2017)

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